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Rezensionen

Zuckerentzug in der Fastenzeit und Rezension „Zucker – der heimliche Killer“

9. Februar 2016

Morgen beginnt die Fastenzeit und ich habe mir zum ersten Mal in meinem Leben etwas dafür vorgenommen: Zuckerfasten. Das ist ja ein recht beliebter Fastenvorsatz und macht für mich dieses Jahr absolut Sinn, denn ich glaube ich brauche Entzug von dem süßen Stoff. In den letzten Monaten ist Süßes für mich zur Alltäglichkeit geworden und ich werde den Gusto auf Zucker einfach nicht mehr los. Aus vergangenen „gesunden Phasen“ weiß ich, dass die Lust auf Süßes nach einiger Zeit Enthaltsamkeit von selbst verschwindet und ich mich ohne die tägliche Dosis ausgeglichener, ruhiger und einfach besser fühle – zudem besteht viel weniger die Gefahr, dass ich mich bei Mahlzeiten überesse. In diesem Sinne werde ich in den kommenden 40 Tagen auf Industriezucker verzichten und so weit wie möglich auch auf Weißmehl. Andere Süßungsmittel wie Agavendicksaft möchte ich nach Möglichkeit in dieser Zeit auch nicht konsumieren, aber hier und da wird es vielleicht eine kleine Ausnahme geben, z.B. wenn ich beim Kochen die Tomatensauce etwas verfeinern möchte.

Passend zum Thema habe ich mir auch „Zucker – der heimliche Killer“ zur Hintergrundlektüre angeschafft, und da Claudia von Hüpfgemüse sich dafür interessierte, wie mir das Buch gefällt, gibt es jetzt eine kleine ausführliche Rezension.
Zuckerfasten3

Das Buch unterteilt sich grob in fünf Teile:

  1. Süß und giftig
  2. Suchtfaktor Zucker
  3. Krank durch Zucker
  4. Wege aus der Zuckersucht
  5. Im Zuckerhimmel

Süß und giftig
Im ersten Teil erfahren wir, warum wir so stark auf Zucker ansprechen und quasi genetisch so programmiert sind, dass wir der Versuchung fast nicht widerstehen KÖNNEN. Wir lernen auch, dass süßes Obst und Produkte wie Nudeln, Müsli, Reis, Brot und Kartoffeln ebenfalls sehr reich an Zucker sind, vor allem Weizen wird als Übeltäter hervorgehoben. Es folgen einige Hintergrundinfos zu Geschichte des Zuckers und den verschiedenen Zuckerarten, denn Zucker ist nicht gleich Zucker.

Suchtfaktor Zucker
Im zweiten Teil erhalten wir umfassende Informationen zum Zuckerstoffwechsel und es wird anschaulich und mit übersichtlichen Grafiken erklärt, wie Insulinresistenz entsteht und sich entwickelt, was dabei im Körper abläuft und welche Folgen dieser Prozess hat. Unter anderem lernen wir auch, wie Zucker auf unsere Hirnchemie wirkt und, dass wir tatsächlich eine Sucht entwickeln – das Zucker-High ist keinesfalls ein Mythos.

Krank durch Zucker
Im dritten Teil wird es richtig ernst: Jetzt geht es um die vielen Erkrankungen, die unser übertriebener Zuckerkonsum uns beschert. Diabetes und Karies sind da nur die Spitze des Eisberges denn Zucker hat noch viel mehr Auswirkungen auf unsere Gesundheit von denen wir zumeist nichts ahnen. Oder wusstet ihr, dass Zucker unter anderem auch mit Alzheimer, Depressionen, Ateriosklerose und chronischen Schmerzen (um nur einige zu nennen) in Verbindung gebracht wird? Für jedes Krankheitsbild wird erklärt, welche Ursachen es gibt, wie Zucker als Einflussfaktor zu sehen ist und welche Maßnahmen man dagegen ergreifen kann.

Wege aus der Zuckersucht
Im vierten Teil geht es nun um das 4-Schritte-Programm, das den Weg aus der Zuckersucht weisen soll:

Schritt 1: Das Esstagebuch. Hier sollen wir herausfinden, wie viel Zucker wir wann essen und wie es uns damit geht.

Schritt 2: Richtig Essen lernen. Hier wird erklärt, was gesunde Ernährung eigentlich ist (hier die mediterrane Ernährung) und welche Bausteine in unserer Nahrung welche Funktion haben. Anschließend gibt es auch eine Auflistung von gesunden Zuckervarianten wie Xylose, Erythritol, Trehalose, Ribose und noch einige mehr. Diese haben eine unterschiedlich hohe Süßkraft und sollen anders verstoffwechselt werden, als normaler Haushaltszucker. Zu jeder Zuckeralternative gibt es auch eine ausführliche Erklärung,

Schritt 3: Die Küchenpraxis. Hier gibt es einen 12-Wochen-Plan, den man idealerweise einhalten sollte, um den Körper erfolgreich zu entwöhnen. In den ersten 4 Wochen sollen beispielsweise grundsätzlich keine „schnellen“ Kohlenhydrate gegessen werden, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchte sind zwar „gute Kohlenhydrate“ aber auch die sind in den ersten 8 Wochen nur bis 14 Uhr erlaubt. Ab der neunten Woche darf man sie bis 18 Uhr zu sich nehmen. In diesem Kapitel gibt es auch eine Übersicht, was wir, gerade in diesen 12 Wochen, konkret morgens, mittags und abends essen sollen.

Schritt 4: Werden Sie aktiv. Hier kommt das passende Sportprogramm zur Ernährungsumstellung, denn auch körperliche Aktivität spielt für den Insulinstoffwechsel eine große Rolle. Konkret geht es um sanften Ausdauersport mit Vorschlägen für das Lauftraining, Nordic Walking und Radfahren.

Im Zuckerhimmel
Im fünften und letzten Teil erfahren wir, welche Lebensmittel in Zukunft in unserer Küche zu finden sein sollten. Es folgt ein Rezeptteil, in dem hauptsächlich Rezepte für Brot und Süßspeisen (ohne Haushaltszucker dafür mit diversen Ersatzzuckern) zu finden sind, aber auch einige Hauptgerichte. Auf Weizenmehl wird verzichtet, stattdessen kommen verschiedene Vollwertmehle wie Emmermehl, Buchweizenmehl, Dinkelmehl zum Einsatz.

Mein Fazit:
Ich fand vor allem die Informationsteile am Anfang hochinteressant und sehr detailliert aufbereitet. Ich musste mich beim Lesen richtig konzentrieren denn als Laie waren die komplizierten Stoffwechselzusammenhänge gar nicht so leicht zu verstehen. Zucker wirkt so harmlos, hat es aber als Bösewicht ganz schön drauf und für mich war es sehr aufschlussreich, mal hinter die Kulissen zu schauen und zu erfahren, was im Körper wirklich vorgeht. Positiv finde ich auch, dass Obst nicht gänzlich verteufelt wird, sogar Bananen darf man essen, wenn auch nur morgens.

Nicht richtig anfreunden kann ich mich allerdings mit den „gesunden Ersatz-Zuckern“. Der Gedanke dahinter ist, dass es fast unmöglich ist, einfach so auf Zucker zu verzichten (weil der Körper gerade in stressigen Zeiten danach verlangt), daher soll Rückfällen vorgebeugt werden, indem es Süßes in einer Form gibt, die den Insulinstoffwechsel nicht so aus der Bahn wirft. Finde ich auch einleuchtend. Ich hätte aber lieber einfach keine Lust auf Süßes mehr und bin überzeugt, dass ich mir das auch abgewöhnen kann. „Gesunde Süßigkeiten“ finde ich persönlich immer ein bisschen schwierig, weil sie uns vorgaukeln, dass wir davon so viel essen können wie wir wollen. Lieber esse ich da ab und zu etwas mit echtem Zucker und den Rest der Zeit nichts. Außerdem werden viele der Ersatz-Zucker aus Milch oder Molke gewonnen und klingen darüber hinaus für mich einfach irgendwie künstlich.

Die Ernährungsempfehlungen und der Rezeptteil sind für mich als Veganerin auch nicht wirklich geeignet. Es wird ein großer Schwerpunkt auf Fleisch, Fisch und Eier gesetzt. Warum zum Beispiel Fleisch in der Aufzählung der wichtigen Lebensmittel an allererster Stelle steht und Gemüse an fast letzter Stelle (nur vor Kräutern, Gewürzen und Obst) leuchtet mir nicht ein, vor allem da an anderer Stelle betont wird, dass Gemüse stets den größten Anteil einer Mahlzeit ausmachen sollte. Aus diesem Grund werde ich mich auch nicht an das 12-Wochen-Programm halten: Kein Getreide oder Hülsenfrüchte nach 14 Uhr ist für mich einfach nicht machbar.

Fazit zum Fazit: Durchwegs also sehr positiver Eindruck und guter Informationsgehalt – ich habe viel mitgenommen, nur der praktische Teil ist für mich persönlich nicht so hilfreich.

Zum Glück gibt mein Bücher-Fundus so einige passende Titel zu meiner zucker- und weißmehlfreien Zeit her. Wenn euch eine Rezension zu einem der Bücher interessieren würde, gebt einfach bescheid 🙂

Zuckerfasten2

Ich bin schon gespannt, wie es mir mit meinem Vorhaben gehen wird und hoffe natürlich auf Erfolg! Auf dass ich zu Ostern frisch-fröhlich detoxed und zuckerentwöhnt mit besseren Ernährungsgewohnheiten in den Frühling starten möge!

Wie ist eure Beziehung zu Zucker? Habt ihr euch auch etwas vorgenommen für die Fastenzeit? Erzählt mal! Vielleicht sind wir ja sogar Zuckerfrei -Buddies 😉

EDIT: Dieses Video finde ich auch sehr spannend, kennt ihr das schon? Die Zuckerproblematik in einfachen Worten erklärt:

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  • Reply
    Anika
    10. Februar 2016 at 07:50

    Eigentlich war ich im Netz unterwegs, weil ich ein Kuchenrezept ohne Weißmehl und Zucker suchte. Ich bin ebenfalls seit etwa 2012 Veganerin , faste seit heute Zucker und Weißmehl (und Facebook ?). Wir sind also tatsächlich Zuckerbuddies ? 6 Wochen lang basenfasten schaffe ich nicht, so erschien mir das eine sinnvolle Alternative. Deine Rezession war für mich sehr hilfreich. Ich werde mir das Buch auch mal zu Gemüte führen. Ich bin sehr gespannt auf Deine Erzählungen. Deine Seite hat auf jeden Fall schonmal den Weg in meine Favoriten gefunden ? Viel Erfolg!

    • Reply
      Elisabeth
      10. Februar 2016 at 09:43

      Hallo Anika,
      Willkommen und danke für deinen Kommentar! 🙂 Yay, ich freu mich über mein erstes Zucker-Buddie 😀 Auf Weißmehl möchte ich ja auch so gut wie möglich verzichten. Schön, dass meine Rezension etwas für dich war und ich freue mich, dich noch öfter hier zu sehen! Danke und auch dir viel Erfolg beim Besiegen des Zuckermonsters!

  • Reply
    Ilga
    10. Februar 2016 at 10:18

    Hallo!
    Bin gerade hier angekommen, weil ich Deinen Kommentar bei mir gelesen habe.

    Ich finde das Buch auch sehr informativ, sehe die Schlussfolgerungen und das Umschwenken auf andere Zucker aber auch kritisch. Ich hab hier mal kurz zusammengefasst, warum ich denke, dass es so schwierig ist: https://www.youtube.com/watch?v=EL6XuhEJ9j0

    Für mich ist eine kurze komplett zuckerfreie Zeit die effektivste Lösung, um wieder die Kontrolle zu erlagen. Die ersten paar Tage sind hart, keine Frage! Aber wenn man wirklich konsequent ist, kehrt kurz darauf eine wunderbare Ruhe vor den ewigen Versuchungen ein. Was für ein Freiheitsgewinn!

    • Reply
      Elisabeth
      10. Februar 2016 at 21:29

      Hallo Ilga,
      schön, dass du vorbeischaust 🙂 Dann sind wir uns ja einig, ich denke mir ja auch, dass das Ziel eher sein müsste, einfach viel weniger und seltener Süßes zu essen als den Haushaltszucker durch diverse Alternativen zu ersetzen. Ich hab für mich in der Vergangenheit auch die Erfahrung gemacht, dass ich nach einiger Zeit ohne Zucker diese Kontrolle wieder bekomme, das erhoffe ich mir jetzt auch vom Zuckerfasten in der Fastenzeit. Das ist echt ein totaler Freiheitsgewinn wenn man endlich wieder frei entscheiden kann! Dein Video schau ich mir gleich mal an!

  • Reply
    Claudi
    10. Februar 2016 at 11:24

    Hallo!
    Danke für die ausführliche Meinung zu dem Buch!
    Ich versuche ja immer mal wieder auf Zucker zu verzichten und denke , dass es mir auch hilft das ganze „wissenschaftlich“ zu betrachten und dann im Hinterkopf zu haben, was passiert, wenn man Zucker zu sich nimmt!
    Das Buch klingt auf jeden Fall interessant, ich schau mal, ob es das in unserer Bücherei gibt!

    Ich merke übrigens auch immer, wenn ich es geschafft habe, ein paar Wochen auf Zucker zu verzichten, wie mein Körper dann reagiert, wenn ich doch wieder Zucker esse (ich werde rot im Gesicht, bekomme Kopfschmerzen und werde ganz unruhig… das kann ja nicht gut sein!), aber trotzdem geht es dann wieder ganz schnell und ich bin wiedervom Zuckermonster gefangen 🙁
    Dir also viel Erfolg für den Absprung!

    lg,
    Claudi

    • Reply
      Elisabeth
      10. Februar 2016 at 22:04

      Hey Claudi,
      sehr gerne! Dasselbe hab ich mir auch gedacht, wenn man die wissenschaftlichen Hintergründe im Kopf hat und sich vorstellen kann, was Zucker tatsächlich im Körper macht ist es irgendwie leichter, ihn nicht mehr als so harmlos zu sehen. So starke Auswirkungen hat der Zucker bei mir auch nach längerer Abstinenz zwar nicht, aber umso leichter rutsche ich nach einer Zuckerabstinenz auch wieder zurück in alte Muster, und merke dann zu spät, dass es mir gar nicht gut tut.
      Danke dir, ich bin jetzt mal guter Dinge, dass es klappt 🙂

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