Nachhaltigkeit

Zero Waste Babysteps #2: Ein Update

Seit meinem ersten Post zum Thema Zero Waste sind schon ein paar Wochen vergangen und es ist Zeit für ein Update! Mein Vorsatz war ja, mich nicht zu stressen, dafür aber dranzubleiben. Heute erzähle ich, was jetzt anders ist, was ich noch vorhabe und wo ich es bisher nicht ohne Müll schaffe.

Mein Eindruck ist: Mit Zero Waste ist es wie mit vielen Lifestyle-Veränderungen. Plötzlich tritt etwas, das vorher selbstverständlich und damit unsichtbar war, in den Vordergrund und wir nehmen es mit einem Mal bewusst war. In diesem Fall der Müll.

Coffe-to-go-Becher-aus-Bambus

Lieblings-Kaffeebecher aus Bambus

Seit ich meine Aufmerksamkeit gezielt darauf richte, wo überall Müll anfällt und wie ich den vermeiden kann, sehe ich ihn erst so richtig. Shia sagt, wir sind „müll-blind“. Ein sehr treffender Ausdruck! In unserem „normalen“ Modus nehmen wir die Unmengen an Wegwerf-Material gar nicht mehr bewusst als solches wahr. Die Verpackungen verschwinden im Müllsack, so ist das nun mal, und dann gilt: „Aus den Augen, aus dem Sinn“.

Ich habe im Lauf der letzten Wochen jedenfalls ein wenig von meiner Müll-Blindheit verloren und ich sehe immer besser die unzähligen Stellen, an denen Müll anfällt. Das Gute daran ist, dass man etwas ändern kann, wenn man das Problem sieht. Dabei geht es oft um kleine Dinge, über die ich mir bisher keine Gedanken gemacht habe.

Hier ein paar Beispiele für Kleinigkeiten, die mein Mann und ich infolge unseres neuen Müll-Bewusstseins anders gemacht haben:

  • Anstatt an einem Couch-Potato-Sonntag das Abendessen nachhause zu bestellen, haben wir unsere faulen Hintern erhoben, sind selbst zum Restaurant gegangen und haben dort gegessen. Damit haben wir zwei große Plastikverpackungen, eine Styroporbox, einen Dip-Behälter aus Plastik und ein Plastiksackerl gespart. Geschmeckt hat’s genauso gut und wir hatten sogar einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft, für den wir sonst wohl zu träge gewesen wären.
  • Als die Packung mit den Teefiltern leer war, wollte ich zuerst ein Tee-Ei kaufen. Nach ein wenig Recherche wollte ich schon ein hübsches Exemplar aus Keramik bestellen aber dann ist mir eingefallen, dass ich den Tee genau so gut mit meinem kleinen Sieb abseihen kann. Denn ob ich das Tee-Ei reinige oder das Sieb ist eigentlich egal. Zudem ist ein Sieb weit multifunktionaler als ein Tee-Ei.
  • Auch fair und vegan hergestellte Produkte bedeuten, dass Ressourcen verbraucht werden. Zwar bin ich dafür, gute Marken zu unterstützen aber trotzdem versuche ich, die Tatsache im Auge zu behalten, dass es im Zweifelsfall immer besser ist, wenn etwas gar nicht erst produziert werden muss. So wollte ich mir endlich einmal eine neue, vegane Handtasche gönnen, habe mich dann aber dafür entschieden, meine alte Lederhandtasche, die seit über vier Jahren im tägliche Gebrauch ist, weiterzuverwenden. Den kaputten Reißverschluss kann man reparieren lassen.
  • Ich habe außerdem Secondhand-Läden für mich entdeckt. Mein neuer Wintermantel ist zwar nicht vegan, dafür aber gebraucht und Geld gespart habe ich auch.
  • Coffee-to-go-Mehrweg-Becher haben wir schon lange. Bisher haben wir sie aber nur dazu benutzt, uns selbst Kaffee von zuhause mitzunehmen. Seit einigen Wochen kommt der Becher aber auch mit, wenn wir vorhaben, unterwegs einen Matcha Latte oder Kaffee zu kaufen. Oft gibt es dafür einen kleinen Rabatt und die Einwegbecher sind Geschichte!

Diese Kleinigkeiten machen für sich genommen natürlich das Gras nicht fett. Sie zeigen aber, dass sich mit etwas Aufmerksamkeit plötzlich bessere Alternativen eröffnen können, die wir vorher gar nicht wahrgenommen haben. Auch Kleinvieh macht bekanntlich Mist! Oder, um angesichts der gerade herrschenden Kälte bei einem winterlichen Bild zu bleiben: Auch die größte Schneewehe besteht aus einzeln gefallenen Flocken 😉

Was wir sonst noch umgesetzt haben

Unverpackt-Laden

Lunzers Masßgreißlerei – Gewürze und Trockenware

Lebensmittel

Lebensmittel sind ganz eindeutig der größte Verpackungsmüll-Faktor bei uns und damit auch der Bereich, wo wir am meisten einsparen können. Alle paar Wochen trifft man uns nun deshalb im Unverpacktladen unseres Vertrauens, wo wir unsere Vorräte an Trockenware (z.b. Nudeln, Mehl, Nüsse, Hülsenfrüchte, Getreide, Gewürze, Kaffee, Tee, Essig und Öl und mehr) auffüllen.

Die Bio-Kiste habe ich wieder abbestellt, weil damit doch mehr Verpackung in’s Haus kam als erwartet. Stattdessen versuchen wir, im Supermarkt und den kleinen Geschäften in unserer Nähe unverpacktes Obst und Gemüse zu bekommen. Ab und zu besuchen wir auch den Markt.

Brot-im-Stoffbeutel

Brot im Baumwollsackerl

Leider bekommen wir nicht alles unverpackt und getreu meinem Vorsatz, mich (noch) nicht zu sehr einzuschränken, werden die dann eben normal gekauft. Dazu zählen z.B. Tofu, Soja- und Hafermilch, Sojajoghurt, Margarine, ab und zu veganer Aufschnitt oder Aufstriche, TK-Ware wie Erbsen oder Himbeeren, auf die ich einfach nicht verzichten mag und speziellere Zutaten, die unser Unverpacktladen nicht hat, wie z.B Mandelblättchen und gemahlene Vanille.

Für manche vermeintlich nicht ersetzbare Produkte konnte ich Alternativen finden, z.B. wurde Blätterteig im letzten Rezept durch einen selbst gemachten Teig aus Mehl, Öl und Wasser ersetzt. Und wer hätte es gedacht, der Ersatz hat mir sogar besser geschmeckt!

Unser Einsatz zeigt auch schon Wirkung. Mittlerweile füllt sich unser Müllsack deutlich langsamer und das freut mich sehr!


Badezimmer

Im Badezimmer fällt nicht soooo viel Müll an, da wir nicht allzu viele Produkte verwenden und die sparsam. Den vermutlich größten Müllfaktor, Wattepads zum Abschminken, konnte ich bereits ersetzen durch waschbare Frottee-Pads aus Bio-Baumwolle.

Zum Waschen von Gesicht und Körper benutzen wir Aleppo-Seife, die ich vollkommen unverpackt auf dem Markt gefunden habe.

Waschbare Wattepads

„Wattepads“ aus Frottee und festes Haarshampoo

Die Roggenmehl-Haarwäsche mit Essigspülung habe ich ein paarmal ausprobiert und war beeindruckt, wie gut das funktioniert. Leider werden meine Haare davon, zumindest im Winter, sehr trocken, fliegen mir elektrisch aufgeladen um den Kopf und treiben mich damit in den Wahnsinn. Als die Shampoo-Flasche zur Neige ging, habe ich deshalb bei Lush ein festes Shampoo im mitgebrachten Beutel gekauft, mit dem ich bisher sehr zufrieden bin. Als Pflege benutze ich einen Leave-in Conditioner von John Masters Organics in Glasverpackung mit Plastikdeckel. Wenn der aufgebraucht ist, werde ich mir mal die festen Conditioner von Lush anschauen.

Meine Gesichtscreme ist jetzt Argan-Öl, das wir eigentlich in der Küche zum Essen haben. Mit einem Pipetten-Fläschen lässt es sich super dosieren. Mein Augenmake-up-Entferner ist noch halb voll, aber danach will ich es mal mit Sonnenblumenöl zum Abschminken versuchen.

Selbstgemachte Lippenpflege habe ich getestet, aus Kokosöl und Arganöl. Leider ist sie viihiiel zu schwach für meine mega-trockenen Lippen, die im Winter schnell schmerzhaft aufreißen. Deshalb bleibe ich einstweilen bei meiner Fettsalbe.

Eine Menstruationstasse benutze ich schon lange und kann sie nur wärmstens empfehlen! Nie wieder Tampons!

Wenn mein Vorrat an Plastikrasierern aufgebraucht ist, werde ich auf einen Rasierhobel umsteigen. Anstelle von Rasierschaum habe ich immer schon Seife benutzt.

Worauf ich nicht verzichten will: Meine BB-Cream in der Plastiktube, mein Gesichts-Puder und die restlichen (wenigen) Make-up-Produkte, die ich in Verwendung habe. Ich komme lange damit aus und die Alternativen für z.B. Foundation (aus Speisestärke und Kakaopulver) finde ich vor allem bei meiner hellen Haut nicht sehr überzeugend.

Was das Zähneputzen angeht, bin ich zögerlich. Mein Zahnschmelz ist sehr empfindlich und ich benutze daher eine Spezial-Zahnpasta sowie eine elektrische Zahnbürste. Da werde ich wohl in nächster Zeit nichts ändern. Ich finde aber die Swak-Natur-Zahnbürsten sehr interessant, hat die schon jemand ausprobiert?


Haushalt

Der größte Dorn in meinem Auge sind im Moment die Papiertaschentücher. Davon verbrauchen wir im Winter doch einige, und produzieren damit regelmäßig einen Berg Müll. Leider habe ich noch keine gute Quelle für Stofftaschentücher gefunden. Ich will welche, die nicht allzu groß sind und möglichst auch nicht allzu hässlich. Habt ihr vielleicht Tipps zu Bezugsquellen?

In Bezug auf Putzmittel musste ich mir bisher noch keine Gedanken machen, da wir noch von unseren Vorräten zehren. Der Bad-Reiniger geht aber langsam zur Neige, da werde ich also bald mal mit Putzmittelrezepturen experimentieren.


Für die nächste Zeit geplant:

  • Stofftaschentücher besorgen
  • Alternativen zu den Geschirrspüler-Tabs testen
  • selbstgemachte Putzmittel testen
  • eine Wurmkiste anschaffen (und am Leben erhalten)
  • Deo selbst machen, wenn das aktuelle aufgebraucht ist
  • Haarspray selbst machen
  • selbstgemachtes Convenience-Food einlagern (Kichererbsen im Glas, eingefrorene Suppen, Knödel, Eintöpfe…)
  • Pflanzenmilch selbst machen
  • die Weihnachtszeit möglichst shopping-frei verbringen
  • mit der Familie über Geschenke sprechen, damit die Ausmist-Bemühungen, die wir dieses Jahr unternommen haben, nicht direkt wieder durch die Bescherung zunichte gemacht werden

Fazit:

Zu „zero“ werden wir wohl so schnell nicht kommen (und vielleicht auch nie). Aber eine deutliche Reduktion des Mülls ist auf jeden Fall drin, macht Spaß und das Leben tatsächlich schöner.

Geröstete-Haselnüsse

Geröstete Haselnüsse gibt es nicht unverpackt, aber selbst rösten ist ganz einfach!

Ich merke, dass es bei Zero Waste vor allem auf gute Vorbereitung und Planung hinausläuft. Müll fällt immer dann besonders viel an, wenn wir auf Convenience-Produkte zurückgreifen oder Take-out bestellen, weil es schnell gehen muss und wir nichts vorbereitet haben oder wenn wir z.B. Kartoffeln im Plastiksack kaufen, weil der Weg zum Markt zu weit ist und wir beim Wochenendeinkauf nicht daran gedacht haben… „Spontan“ ist leider oft entweder mit Verzicht oder mit Müll verbunden.

Was dafür total schön ist: Die hübschen Einkäufe in Gläsern und Stoff-Sackerl nachhause tragen! (Bzw. fahren – wir sind stolze Besitzer eines Oma-Style-Einkaufstrolleys.) Früher ist mir nie aufgefallen, wie hässlich Produktverpackungen sind. Lebensmittel in Vorratsgläsern sind einfach unglaublich ästhetisch! Allein für den Blick in den Vorratsschrank lohnt sich der etwas größere Aufwand 🙂 Zudem finde ich das Einkaufen auf dem Markt und im Unverpackt-Laden viel angenehmer als im Supermarkt, ja, sogar regelrecht entspannend! War der Wochenend-Einkauf früher ein notwendiges Übel, so freue ich mich jetzt darauf und genieße unseren Einkaufs-Spaziergang richtig.

Und mein Schlusswort:

Der Schlüssel ist sicherlich einerseits, verpackungsfreie Bezugsquelle zu finden, für die Dinge, die man braucht. Andererseits ist es mein Ziel, auf Dauer einfach weniger zu „brauchen“. Ich strebe nach wie vor nach Minimalismus, nach weniger aber dafür besseren Dingen, für ein aufgeräumtes Leben mit freiem Kopf und viel Raum für alles, was mir besonders wichtig ist und das Leben schön und bedeutungsvoll macht. Zero Waste ist deshalb nicht nur für die Umwelt wichtig, sondern scheint mir persönlich auch ein weiteres Werkzeug zu sein, auf dem Weg zum Minimalismus voranzukommen.

Wie geht es euch mit Zero Waste? Habt ihr auch schon erste Schritte gewagt oder seid ihr gar schon Profis? Erfahrungen und Geheimtipps sind herzlich willkommen!

P.S.: Hier noch eine Pinterest-Grafik zum Mitnehmen 🙂

Zero-Waste-in-kleinen-Schritten

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16 Comments

  • Reply
    Miri
    17. November 2016 at 08:32

    Hey, finde ich echt super wie du das durchziehst. Ich versuche auch schon, weniger verpackte Sachen im Supermarkt zu kaufen (was echt schwierig ist) und seid Jahren habe ich meine eigene Tasche dabei und kaufe niemals Plastiktüten an der Kasse. Aber es ist echt zweitaufwendig, alles selbst herzustellen oder? Da muss man echt dahinter sein – Hut ab! Aber jeden Schritt, den man geht, hilft der Umwelt. 🙂 lg Miri von http://www.cheatcleanlikeaqueen.wordpress.com

    • Reply
      Elisabeth
      17. November 2016 at 08:51

      Liebe Miri,

      danke dir 🙂 Im Supermarkt ist es echt schwierig, da gebe ich dir recht! Einzig Obst, Gemüse und Brot bekommt man da noch ohne Umverpackung. Ich finde es da auch schon sinnvoll, auf Papierverpackung zu achten. Manchmal gibt es ja z.B. Nudeln oder Hülsenfrüchte in Kartonboxen, die würde ich dann der Plastikverpackung vorziehen.

      Ich finde es bisher nicht sehr aufwendig, aber ich kaufe ja z.B. noch die Pflanzenmilch im Tetrapack und leiste mir veganen Aufschnitt oder Cashew-Frischkäse, wenn ich Lust habe. Ich denke, viele Sachen sind viel weniger aufwendig als man denkt, wenn man erst mal eine gewisse Routine darin hat. Ob ich mir jetzt die Haare mit einem festen Shampoo wasche oder mit Shampoo aus der Plastikflasche ist vom Aufwand her egal. Putzmittel selbst machen klingt auch nach keinem Großprojekt.

      Die Frage ist, wie es dann aussieht, wenn ich im nächsten Schritt versuche, z.B. regelmäßig selbst Pflanzenmilch zu machen.

      Mein Plan ist, einfach mal alles umzusetzen, was leicht geht und dann einfach immer einen Schritt weiter zu gehen 🙂

      Liebe Grüße,
      Elisabeth

  • Reply
    Ela
    17. November 2016 at 10:26

    Sehr spannend zu lesen, wie es dir mit den Umstellungen ergeht! Eine Frage hätte ich, wieso kommt mit der Biokiste Müll ins Haus? Bei uns liegt alles offen in der Kiste, außer manchmal so etwas wie Kirschen in der Papiertüte.
    Zu Taschentüchern: da gibt es wirklich hübsche bei Monomeer (plastikfreier Onlineshop). Habe ich heute erst auf dem Blog empfohlen 😉

    Liebe Grüße,
    Ela

    • Reply
      Elisabeth
      17. November 2016 at 13:10

      Liebe Ela,
      bei uns waren dann leider die Pilze in einer Plastikumverpackung zusätzlich zum Holzkörbchen, das Grünzeug in einem riesigen Plastiksack (zwar Bio-Plastik, aber trotzdem). Außerdem sind dann noch immer Werbeflyer etc. dabei. Irgendwie hab ich mir dann gedacht, da kann auch auch auf den Markt gehen und wenigstens genau das kaufen, was ich in der Woche verkochen will. Gerade Obst und Gemüse sind ja durchaus verpackungsfrei zu bekommen.
      1000 Dank für den Taschentücher-Tipp! Ich hab da online bei meiner Recherche gar nix gefunden außer extrem bunt bedruckte Kindertaschentücher 😉 Der Online-Shop schaut überhaupt interessant aus, toll! Muss ich gleich zu dir rüberschauen 🙂
      LG,
      Elisabeth

  • Reply
    Sabine
    17. November 2016 at 10:29

    Toll aufbereiteter Post, Elisabeth! 👍🏼 Auf die Kichererbsen bin ich gespannt…

    • Reply
      Elisabeth
      17. November 2016 at 13:12

      Vielen, vielen Dank liebe Sabine! <3 Ich bin auch schon gespannt auf die Kichererbsen 😉 Sollte eigentlich ganz einfach sein…
      LG, Elisabeth

  • Reply
    Karin
    17. November 2016 at 11:36

    Hallo Elisabeth,
    sehr spannend, Dein Update, da geht ja was weiter bei Euch! Nachdem wir selbst auch versuchen möglichst auf Zero Waste umzustellen, finde ich das sehr hilfreich und motivierend.

    Vielen Dank auch für die Alternative zum Blätterteig, da war ich auch noch auf der Suche!! <3

    Bin schon sehr gespannt, wie's Dir mit der Umsetzung vom selbstgemachten Conveniencefood geht, denn das steht auch schon lang auf meiner Liste! 🙂 Auf Deine Wurmkisten-Erfahrung bin ich auch sehr neugierig!

    Hier ein paar Ideen bzw. Erfahrungen von meiner Seite:

    Nachhaltige Stofftaschentücher gibt's hier, hab' ich aber selbst nicht ausprobiert: http://www.kulmine.de/information/edeltuecher/

    Vielleicht wäre auch Upcycling aus alter Kleidung eine Möglichkeit?

    Bei den Beeren machen wir das so, dass wir in der Saison welche sammeln und in großen alten Rexgläsern (ohne Gummidichtung!) einfrieren.

    Gemahlenes Vanillepulver bekommst Du von Sonnentor zumindest in kompostierbarer Verpackung:
    https://www.sonnentor.com/de-at/onlineshop/gewuerze/gewuerze-pur/vanille-pulver-bio-packung

    Nußmilch selber machen geht super einfach und schnell im Blender. Für Sojamilch habe ich mich schließlich zum Kauf des Kochmixers von AndSoy entschieden, mit dem ich sehr zufrieden bin. Dadurch das die Sojamilch so schnell geht damit, habe ich auch schon Tofu selber gemacht.

    Mein Deo mach' ich so (ist neutral ohne Duft):
    2 EL Kokosöl, 2 EL Natron 2 EL Stärkemehl mit den Fingern verkneten, zum Schluß 1/2 TL geschmolzenes Kokosöl dazugeben und vermischen. Unterbindet jeden Schweißgeruch 🙂

    Für die Haarwäsche bin ich bei der Lösung von 1 gestrichenen EL Natron auf 1/4l Wasser gelandet, das funktioniert super. Einmassieren, ausspülen und dann eine saure Rinse mit 1 EL Apfelessig auf 1/4l Wasser machen.

    Beim Geschirrspülmittel sind wir noch nicht ganz glücklich, das Rezept von Shia von wastelandrebel.com funktioniert bei uns leider nicht so gut. Möchte als nächstes eine Variante mit Waschsoda probieren.

    Vegane "Butter" mach' ich nach folgendem Rezept selber (ohne Salz): https://www.youtube.com/watch?v=GHQGGAY0vo8
    Schmeckt uns sehr gut und ist palmölfrei. Derzeit verwende ich flüssiges Biolecithin dafür, bin aber da noch auf der Suche nach einer Alternative. Die "Butter" gebe ich in alte Schraubgläser und friere ein, was ich nicht gleich brauche.

    Hoffe, da ist vielleicht der eine oder andere Tipp für Dich dabei 🙂

    Weißt Du vielleicht eine Quelle für bio-faire Kakaobutter, die zumindest plastikfrei verpackt ist? Würde nämlich gerne selbst vegane Schoko machen oder weißt Du da was, wo man die unverpackt bekommt? (Die in der Maßgreißlerei ist leider nicht vegan).

    Alles Liebe,
    Karin

  • Reply
    Elisabeth
    17. November 2016 at 13:44

    Liebe Karin,
    WOW vielen, vielen Dank für deinen ausführlichen Kommentar und die vielen, vielen tollen Tipps!!!
    Zu dem Teig muss ich sagen, dass ich ihn bisher nur für die Pies verwendet habe, und nicht weiß, wie er sich in anderen Anwendungen macht, wo sonst Blätterteig zum Einsatz kommt. Aber mal sehen, was man damit noch alles anstellen kann 🙂
    Du hast ja auch das „Veganista“-Buch zur Vorratshaltung, da habe ich schon einige tolle Ideen markiert, jetzt muss es nur noch umgesetzt werden!
    Über die Wurmkiste werde ich dann auf jeden Fall berichten 😀 Ich bin auch total neugierig und habe ein bisschen Angst, ob das nicht doch schiefgeht, haha ;-D
    Die Stofftaschentücher sind suuuper! Genau sowas wollte ich, toll, toll! <3 Ich denke, ich werde die bestellen und testen, denn irgendwie möchte ich die gerne neu haben und nicht second hand und bei der Kleidung finde ich den Stoff nicht so passend (und nähen kann ich auch nicht 😉
    Bezüglich Beeren: Ich hab mir auch schon gedacht, dass da wohl der einzige Weg ist, die eben selbst einzufrieren. Allerdings müssten wir dann eine Gefriertruhe anschaffen, weil unsere zwei winzigen TK-Schubladen bieten einfach nicht genug Platz. Überhaupt muss ich sagen, dass eine Gefriertruhe für Zero Waste äußerst praktisch wäre…. Wie habt ihr das gelöst? Genug Platz in der Kühl-Gefrierkombi oder eigene TK-Truhe?
    Danke auch für den Tipp mit dem Vanillepulver, meines ist nämlich gerade aus.
    Dieses "AndSoy"-gerät schaut ja äußerst interessant aus! Nimmst du geschälte Sojabohnen? Ich glaube die beim Lunzer sind leider ungeschält, aber ich hab sie trotzdem mal mitgenommen, um sie zu testen.
    Von Natron-Deos bin ich auch schon überzeugt. Wirken viel besser als jedes andere Deo!
    Natron zum Haare waschen hab ich dagegen noch nicht probiert, das muss ich demnächst mal testen!
    Die ganze Geschirrspüler-Problematik steht uns noch bevor, da im Moment noch genügend Tabs da sind, aber ich hab auch gehört, dass die leider nicht soooo leicht zu ersetzen sind. Bin gespannt, wie deine Erfahrungen mit dem Waschsoda sind!
    Das Butter-Rezept schaut interessant aus. Ich war mir bisher nicht sicher, ob es sich wirklich auszahlt, Margarine aus Kokosöl zu machen, was ja auch ein tropisches Öl ist und vermutlich nicht viel besser als Palmöl…
    Leider, leider hab ich (noch) keine Quelle für bio-faire Kakaobutter ohne Plastik. Und ich bin gerade enttäuscht, dass die Zartbitterkuvertüre bei Lunzer nicht vegan ist 🙁 Hab bisher keine gebraucht aber mich darauf verlassen, dass ich sie bei Bedarf dort bekomme, na sowas. Da werde ich dann auch mal die Augen offen halten. Chocolate Chips wären auch eine super Sache…
    Liebe Grüße,
    Elisabeth

  • Reply
    Krisi von Excusemebut...
    17. November 2016 at 15:56

    Ich finde das sind schon tolle Schritte. Mir geht es ganz ähnlich. Leider ist mein Freund noch nicht so ganz überzeugt, oder manchmal einfach zu faul, aber jeder Schritt zählt, auch die kleinen. An selbstgemachtes Putzmittel wollte ich mich auch schon lange rantrauen, das wird wohl auch mein nächste Projekt! Eigentlich ist es ja auch nicht viel Arbeit, ausser alle Zutaten zu kaufen;)
    Ist das feste Shampoo gut bei dir? Bei mir haben die von Lush meine Haare und Kopfhaut ausgetrocknet, vielleicht hatte ich aber auch ein zu starkes. ICh wusste nicht das es festen Conditioner gibt, muss ich unbedingt nach schauen!
    Liebe Grüsse,
    Krisi

    • Reply
      Elisabeth
      17. November 2016 at 16:19

      Danke 🙂 Und genau, jeder Schritt zählt. Ich finde es wichtig, dass man sich da selbst nicht mit dem Anspruch stresst, dass alles sofort perfekt und 100% sein muss. Mein Mann war anfangs auch skeptisch, vor allem der Wurmkisten-Idee gegenüber, aber mittlerweile ist er selber sehr motiviert.
      Stimmt, viele Sachen sind gar nicht viel Arbeit, man muss sich nur mal rantrauen und ausprobieren.
      Mit dem festen Shampoo bin ich bisher sehr zufrieden. Ich hab mich beraten lassen, welches für mich und meine Haare am besten ist. Dass es feste Conditioner gibt war mir auch neu 🙂 Anscheinend gibt es bei Lush jetzt sogar feste Deos!
      Liebe Grüße,
      Elisabeth

  • Reply
    Karin
    18. November 2016 at 17:45

    Liebe Elisabeth,
    sehr gern geschehen 🙂
    Ja, aus dem Veganista-Vorratshaltungsbuch interessiert mich einiges, aber ich bin leider auch noch nicht zum Ausprobieren gekommen. Also Shia ist sehr zufrieden mit ihrer Wurmkiste, ich denke, das ist Gewöhnungssache 😉

    Bzgl. TK-Truhe: Wir haben in der Küche einen Kühlschrank ohne TK und haben uns einen kleinen TK A+++ gekauft. Allerdings stoßen wir da auch schon an unsere Grenzen mit der Kapazität dadurch, dass wir schon mehr im Garten ernten, sammeln und z.B. selbstgemachtes Brot einfrieren. Optimal ist es natürlich auch nicht, sich einen riesigen TK anzuschaffen. Jetzt schaue ich, dass ich mehr einmache statt einzufrieren. Heuer habe ich z.B. Erdbeeren getrocknet, das intensiviert das Aroma…echt super…aber natürlich nicht für größere Mengen geeignet.

    Bzgl. dem AndSoy Gerät: Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob meine Sojabohnen geschält sind *ups*. Hat jedenfalls bis jetzt problemlos geklappt. Auf der Seite von AndSoy habe ich diesbezüglich auch nichts rausgefunden. Schreib‘ sie einfach auf Facebook an, die Besitzerin ist super nett und sehr hilfsbereit!

    Bzgl. Butter: Ja, das Kokosöl ist nicht optimal, zumindest nehme ich ein bio-faires, außerdem ist noch ein Ölanteil und ein Pflanzenmilchanteil drinnen…falls Du eine bessere Lösung weißt, bitte sag‘ Bescheid. Wobei wir viel weniger Butter als früher essen, weil wir ja keine Käsebrote oder sowas mehr essen…

    Werde dann berichten, wenn ich die Version für den Geschirrspüler mit dem Waschsoda getestet habe…

    Wegen der Kakaobutter muß ich noch weiter suchen…das Rezept für die Schoko aus dem Veganistabuch hat uns recht gut geschmeckt übrigens und ist sehr einfach (da hatte ich noch einen alten Rest Kakaobutter).

    Liebe Grüße,

    Karin

    • Reply
      Elisabeth
      18. November 2016 at 20:15

      Liebe Karin,
      bezüglich der TK-Truhe hatte ich schon ähnliche Überlegungen wie du und möchte auch versuche, in Zukunft eher einzumachen als einzufrieren, aber für alles geht das halt leider nicht… na mal sehen 🙂 Im Moment ist ja eh keine Himbeerzeit, da kann ich mir das noch ein wenig überlegen 😉
      Ich habe übrigens heute schon Stofftaschentücher von Kulmine bestellt!
      Zur Sojamilch: Ich denke mit ungeschälten klappt es sicher aus, ich hab nur gehört, dass bei ungeschälten der Geschmack bitterer sein kann und bei geschälten Bohnen viel milder.
      Zu der Margarine hab ich natürlich eh keine bessere Idee 😉 Soweit ich weiß ist Kokosöl zumindest im Moment noch besser für die Umwelt. Naja, wir verbrauchen auch nicht so viel Margarine, weil wir ohnehin nicht täglich Brot essen.
      Danke für den Schokoladetipp! Eine Quelle für Kakaobutter ohne Plastik würde mich dann auch interessieren…
      LG, Elisabeth

  • Reply
    Karin
    21. November 2016 at 09:50

    Liebe Elisabeth,
    super, hoffe, Du bist mit den Taschentüchern dann zufrieden. Die Herausforderungen bleiben spannend und ich freu‘ mich auf den weiteren Erfahrungsaustausch 🙂
    Alles Liebe, Karin

    • Reply
      Elisabeth
      21. November 2016 at 16:58

      Ich bin schon ganz gespannt 🙂 Ich freu mich auch auf weiteren Austausch <3
      LG, Elisabeth

  • Reply
    Christoph
    13. Juni 2017 at 11:54

    Hi Elisabeth!

    Supercool und ein echter Ansporn für alle Leser! Danke für den Beitrag und beste Grüße aus Berlin,

    Christoph

    • Reply
      Elisabeth
      17. Juni 2017 at 13:09

      Hi Christoph,

      vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Ich bin gerade zu dir rübergehüpft, dein eigener Guide zur Plastikvermeidung ist ja super umfangreich! Dafür muss ich mir demnächst mal zeit nehmen 🙂
      Liebe Grüße,
      Elisabeth

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