Frühstück

Veganes Kichererbsen-„Rührei“

Ich habe immer sehr gerne Eier zum Frühstück gegessen – Rührei, Spiegelei, Käse mit Ei, Omelett…. das war für mich der Inbegriff eines Sonntagsfrühstücks. Gleichzeitig hatte ich immer einen latenten Ekel davor. Pur konnte ich sie nicht essen, nur mit Brot oder Gebäck. Frühstücks-Ei esse ich jetzt schon länger nicht mehr. Eine Zeit lang gab es dann ab und zu Tofu-„Rührei“. Gar nicht übel, finde ich. Aber jetzt habe ich etwas noch besseres: Kichererbsen – „Rührei“.

Zwar habe ich diese Idee schon vor Jahren mal irgendwo gesehen, aber wie so oft hat es viel zu lange gedauert, bis ich es selbst ausprobiert habe. Shame, denn es ist seit dem ersten Test im Herbst unser erklärtes Lieblingsfrühstück für gemütliche Sonntagmorgen geworden.

Gegenüber dem Tofu-Scramble hat es zwei große Vorteile: Erstens schmeckt es nicht nach Tofu, klar, und ist damit auch für Leute geeignet, die einem Tofu-Scramble eher skeptisch gegenüber stehen. Den Test mit einer Frühstücksei-Liebhaberin hat es schon bestanden – sie fragte nach dem Rezept 🙂 Zweiter großer Pluspunkt: Es besteht aus Zutaten, die man trocken im Schrank lagern kann, während Tofu nur gekühlt und begrenzt haltbar ist, und ich den nicht immer zuhause habe. Natürlich ist es auch sojafrei, was mir persönlich nicht so wichtig ist, aber für andere vielleicht von Interesse.

Und wie schmeckt es?

Mir persönlich sogar besser als Ei, vor allem wegen oben erwähntem Ekelfaktor. Kichererbsen schmecken ja an sich schon überraschend Ei-ähnlich, z.B. auch in veganen Aufstrichen, aber natürlich schon ein bisschen anders. In diesem „Rührei“ wird noch kräftig mit Kala Namak, auch Schwarzsalz genannt, nachgeholfen. Wenn ihr das noch nicht kennt: Es ist leider nicht so leicht zu bekommen, aber die Anschaffung lohnt sich, denn es verleiht Speisen einen wirklich täuschend echten Eigeschmack, ich verwende es auch für veganen Ei-Aufstrich oder z.B. in meiner Quiche. Kaufen kann man es in gut sortierten Gewürzgeschäften oder im Internet.

Die Konsistenz des Kichererbsen-„Rühreis“ mag ich auch sehr gerne, weich aber nicht matschig und außen ein bisschen knusprig vom Anbraten. Der Trick dabei ist, die Masse bei der Zubereitung kompakt zu halten und nicht zu viele kleine Brösel entstehen zu lassen, denn die sind dann etwas trocken.

Nachdem ich das „Rührei“ ein paar Mal nach Augenmaß zubereitet hatte, habe ich nach etwas Herumprobieren nun endlich meine Lieblingsversion schriftlich festgehalten. Am besten schmeckt es mir mit gebratenen Champignons, aber die könnt ihr für eine „pure“ Version auch weglassen oder stattdessen etwas Gemüse, z.B. Paprika, dazuschnippeln. Die Zwiebeln sollten allerdings drinbleiben, denn die sind wichtig für den Gesamtgeschmack. Lecker stelle ich mir auch kleine, knusprig gebratene Räuchertofu-Würfelchen im „Rührei“ vor – veganer „Speck mit Ei“ sozusagen, für den deftigen Gusto.

Habt ihr schon einmal Kichererbsen-„Rührei“ gemacht? Steht ihr auch so drauf wie ich? 🙂

4.0 from 1 reviews
Veganes Kichererbsen-"Rührei"
 
Vorbereitungszeit
Kochzeit
Zeit gesamt
 
Portionen: 2
Zutaten:
  • 100g Kichererbsenmehl
  • 125ml Wasser
  • 125ml Haferdrink
  • ¾ TL Kala Namak (Schwarzsalz)
  • ¼ TL Salz
  • ¼ TL Kurkuma
  • ¼ TL Paprikapulver
  • 1 kleine Zwiebel
  • optional: Champignons, bei mir ca. 150g
  • 1 EL Olivenöl
  • Pfeffer aus der Mühle
  • frische Kräuter, gehackt, ich mag gerne Schnittlauch oder Dille
So wird's gemacht:
  1. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Champignons putzen und in Scheiben schneiden.
  2. Kichererbsenmehl, Salz, Kala Namak, Kurkuma, Paprikapulver, Hafermilch und Wasser in ein hohes Gefäß geben und mit dem Stabmixer gut durchmixen. Alternativ mit dem Schneebesen klümpchenfrei verrühren.
  3. In einer großen beschichteten Pfanne das Olivenöl erhitzen (eventuell mit einem Pinsel gleichmäßig verteilen). Zwiebelwürfel auf mittlerer Hitze ca. 5 Minuten glasig dünsten.
  4. Dann Hitze erhöhen, Chamignons dazugeben und scharf von beiden Seiten anbraten, bis sie schön gebräunt sind. Dann Hitze wieder etwas zurückschalten und weiterbraten bis die austretende Flüssigkeit verdampft ist.
  5. Wenn alles schön gebräunt ist, Kichererbsenmischung dazugießen. Eine Minute stocken lassen, dann etwas umrühren bis die Masse anfängt, zusammenzuklumpen.
  6. Mit dem Pfannenwender zu einem Klumpen zusammenschieben und diesen Flachdrücken. Bei niedriger bis mittlerer Hitze einige Minuten garen lassen (ca. 10 Minuten), zwischendurch in größeren Stücken wenden. Dann mit dem Pfannenwender in Stücke stechen und von allen Seiten noch etwas weiterbraten.
  7. Bestreut mit frisch gemahlenem Pfeffer und frischen Kräutern servieren.
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5 Comments

  • Reply
    Krisi von Excusemebut...
    7. Januar 2017 at 15:53

    Ic habe schon öfters davon gehört, es aber noch nie selbst probiert. Ich glaube ich muss es aber auch mal testen, wobei ich Eier eigentlich überhaupt nicht vermisse. Mein Freund aber, deswegen wäre es mal was ihn damit zu überraschen=)
    LIebe Grüsse,
    Krisi

    • Reply
      Elisabeth
      9. Januar 2017 at 07:38

      Liebe Krisi,
      unbedingt ausprobieren! Es ist schon anders als Eier aber auf seine eigene Art sehr gut und ein schönes Sonntagsfrühstücks-Ritual.
      Liebe Grüße,
      Elisabeth

  • Reply
    Jenni
    16. Januar 2017 at 08:39

    Liebe Elisabeth!

    Kichererbsen-Rührei liebe ich ebenfalls, seitdem ich es gewissermaßen aus Versehen produziert habe (eigentlich wollte ich Patties machen, aber dann war die Konsistenz so, dass nichts gehalten hat und ich habe einfach alles in der Pfanne verteilt) – das ist wirklich eine wunderbare Alternative zu herkömmlichem Rührei und es schmeckt richtig, richtig gut!
    Ich habe das auch mal in süßer Version ausprobiert – das ist auch sehr lecker, ein wenig wie Kaiserschmarrn, nur etwas herzhaft-aromatischer. 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

    • Reply
      Elisabeth
      16. Januar 2017 at 10:57

      Liebe Jenni,
      ja gell,so gut! Die süße Variante klingt auch super spannend, daran hab ich noch gar nicht gedacht. Einen veganen Kaiserschmarrn möchte ich auch schon lange mal ausprobieren und merke mir den Tipp gleich mal vor 😀
      Liebe Grüße,
      Elisabeth

  • Reply
    Giusi-Ina
    4. Juli 2017 at 20:19

    Elisabeth :)) vielen Dank für das tolle Rezept! Ich habe es Pur gemacht…
    Es schmeckt wirklich wie Rührei und sogar besser. Ich bin begeistert von dieser Alternative, dennoch werde ich versuchen es noch fluffiger hinzubekommen vielleicht mehr flüssigkeit, weniger Mehl oder vielleicht etwas Backpulver rein? Hast du eine idee?

    Herzliche Grüße
    Giusi-Ina

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