Hauptgerichte

Selbstgemachte Currypaste und Gemüsecurry

Schon 2011 gab es bei Gourmandises Végétariennes Rezepte für zwei Currypasten. Schon damals nahm ich mir vor, Currypaste unbedingt bald selbst zu machen, immerhin wird versprochen, dass ein Curry mit selbstgemachter Paste 100x besser schmeckt als mit fertig gekaufter Paste und 1000x besser als mit Currypulver. Ich liebe Curries über alles, trotzdem ist die Idee ein paar Jahre lang in Vergessenheit geraten, bis mich Kirsten von Sugar and Spice letzte Woche wieder daran erinnert hat. Um nicht schon wieder in die gleiche Aufschiebe-Falle zu tappen, schritt ich unverzüglich zur Tat und produzierte die Rogan Josh Paste. Hallelujah! Schon pur gelöffelt fand ich die Paste umwerfend (sie ist nicht sehr scharf, also kann man die pure Verkostung ohne Bedenken wagen) und das fertige Gemüsecurry ist eines der besten, die ich jemals gemacht habe.

Brokkoli.design

Ich finde es überhaupt spannend, wie viel Effekt selbstgemachte Pasten oder Saucen haben. Da ich faul bin, war es mir in der Vergangenheit oft zu viel Arbeit, in „kleine“ Komponenten einer Mahlzeit so viel Zeit zu investieren, dazu zählten für mich eben zum Beispiel Currypaste, Ketchup, Salsa und andere Dip- und Würzsaucen. Wenn ich beispielsweise einen Burger machen wollte, konzentrierte ich mich vor allen Dingen auf das Burger-Laibchen und war nicht vorrangig daran interessiert, für den Burger ein oder zwei Saucen selbst zu machen.

In den letzten Jahren habe ich begonnnen umzudenken. Schon die Roasted Tomato Salsa war für mich eine Offenbarung, und ich begriff, dass es oft genau die Saucen, Dips und Würzpasten sind, die ein Gericht komplett transformieren können. Spät aber doch bin ich zu der Einsicht gekommen, dass ich den sogenannten Kondimenten ruhig mehr Aufmerksamkeit widmen darf. Also lasst mich euch versichern, der (durchaus überschaubare) Aufwand für diese Currypaste lohnt sich. Die unten angegebene Menge soll für 8-10 Portionen Curry reichen und sollte sich im Kühlschrank auch einige Monate halten, sodass man gut auf Vorrat produzieren kann.

Ich bin ein für allemal eines Besseren belehrt. Als nächstes ist dann wohl das selbstgemachte Ketchup dran!

Curry10

Rezept für Rogan Josh Currypaste (ergibt 8-10 Portionen Curry) – übernommen von Gourmandises Végétariennes (ursprünglich stammt das Rezept anscheinend aus einem Jamie Oliver Kochbuch)

Zutaten:

4 Knoblauchzehen, geschält und grob gehackt
2 daumengroße Stücke Ingwer, geschält und grob gehackt – bei mir war es etwas mehr
150g eingelegte Paprika, abgetropft
3 TL Paprika edelsüß
4 TL Garam Masala
1 TL Meersalz
2 TL Kurkuma
4 EL Olivenöl
2 EL Kokosflocken
4 EL Tomatenmark
2 rote Chilis, gehackt
4 TL Kreuzkümmel
4 TL Koriandersamen
2 TL schwarze Pfefferkörner

Kreuzkümmel, Koriandersamen und Pfefferkörner in einer Pfanne trocken rösten, dabei immer wieder umrühren, bis sie zu duften beginnen. In einem Mörser zerstoßen.
Mit den restlichen Zutaten pürieren und in ein großes, sterilisiertes Glas abfüllen.

Rezept für Gemüsecurry (ca. 6 Portionen) –  habe mich an dem Rezept auf Sugar and Spice orientiert und es nach meinen Wünschen abgewandelt

Ihr könnt natürlich auch anderes Gemüse nehmen, wenn ihr wollt, achtet dann auf die Kochzeit und gebt es wenn nötig zeitlich gestaffelt in den Topf. Die Süßkartoffel müssen deutlich länger kochen als der Brokkoli, der nur ca. 5 Minuten braucht, um bissfest und noch etwas knackig zu bleiben – zerkochtes Gemüse, das Form und Farbe verliert, kann ein Curry schnell ruinieren.

Zutaten:

1 großer oder 2 kleine Köpfe Brokkoli (ca. 700g)
800g Süßkartoffeln
2 mittelgroße Zwiebeln
3 EL Olivenöl
3 Knoblauchzehen
2 Dosen gewürfelte Tomaten
1 Dose Kokosmilch
1 Dose Kichererbsen
5 ordentlich gehäufte EL Rogan Josh Currypaste
2 TL Agavendicksaft
100ml Wasser
Salz und Pfeffer
1 Bund frisches Koriandergrün (auf keinen Fall weglassen, es macht so einen tollen Geschmack! Wenn ihr gar keinen Koriander bekommt geht zur Not auch Petersilie)
100g gehobelte Mandeln

als Beilage: Basmatireis

Brokkolistrunk abschneiden und die Röschen auf mundgerechte Größe zerteilen (nur die Röschen kommen in das Curry). Süßkartoffeln schälen, vierteln und in mundgerechte Stücke schneiden. Zwiebeln fein würfeln, Knoblauch fein hacken. In eine großen Topf das Olivenöl und die gewürfelten Zwiebeln geben und auf mittlerer Hitze 5 Minuten lang glasig dünsten. Gehackten Knoblauch dazugeben und 1 Minuten lang mitbraten. Currypaste dazugeben und ebenfalls eine Minute lang mitbraten, dabei immer wieder umrühren. Dosentomaten, Kokosmilch, Wasser, Süßkartoffeln, Kichererbsen und Agavendicksaft zugeben, mit etwas Salz und Pfeffer würzen. Aufkochen lassen und dann auf mittlerer Hitze 15 Minuten köcheln lassen (Deckel einen Spalt breit offen lassen) und immer wieder mal umrühren. In der Zwischenzeit gehobelte Mandeln in einer Pfanne über mittlerer Hitze trocken rösten, bis sie schön goldbraun sind, dabei immer wieder umrühren und Achtung, sie verbrennen schnell. Koriandergrün waschen, trocken schütteln, Blättchen abzupfen und hacken. Dann Brokkoliröschen in das Curry rühren, Deckel auf den Topf und nochmal 5 Minuten lang köcheln lassen, wenn nötig ab und zu umrühren.

Mit frischem Basmatireis und bestreut mit Koriander und Mandelblättchen servieren.

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6 Comments

  • Reply
    Krisi von Excusemebut...
    21. Oktober 2015 at 21:28

    Oh das ist ja toll, das muss ich unbedingt probieren=)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

    • Reply
      Elisabeth
      22. Oktober 2015 at 09:15

      Hallo Krisi, wenn du Curries magst, ist es den kleinen Aufwand echt mehr als wert 🙂

  • Reply
    Kirsten
    21. Oktober 2015 at 22:40

    Hallo Elisabeth,

    ich freu mich total, dass du die Currypaste und das Curry so schnell ausprobiert hast… aber du hast wirklich recht, wenn man sowas nicht gleich macht, vergisst man es nur wieder 😉 Schön, dass dir die Paste auch so gut schmeckt wie mir – ich habe sie mittlerweile immer auf Vorrat, gerade weil sie so schnell zu machen ist. Deine Roasted Tomato Salsa habe ich auch vor Eeeeeeeeewigkeiten schon mal nachgemacht, die war wirklich toll!

    Liebe Grüße,
    Kirsten

    • Reply
      Elisabeth
      22. Oktober 2015 at 09:18

      Hallo Kirsten,
      Haha, ja in diesem Fall hab ich mir echt gedacht jetzt oder nie 😉 Leider ist ja nie genug Zeit ALLES nachzukochen, was interessant klingt, der Tag hat einfach zu wenig Stunden und der Magen zu wenig Kapazität…^^ Ich werde jetzt auch immer einen Currypasten-Vorrat im Kühlschrank haben! Und danke 🙂 die Salsa ist im Sommer auch ein alltime favourite von mir und begeistert vor allem Gäste.
      LG,
      Elisabeth

  • Reply
    Melissa
    23. Oktober 2015 at 21:21

    Liebe Elisabeth,

    willkommen im Club der Currypasten-Fans! 😉
    Ich hab die Rogan Josh schon ewig nicht mehr gemacht. Sollte ich mal wieder, so lange es noch frische Paprika gibt, wär’s ein Versuch mit diesen Wert.
    Und ja, generell machen so Würzpasten echt viel aus! Ich hab neulich ne Sauce gekocht, die mit ner Paste aus Knoblauch, Kreuzkümmel und Chili gewürzt wurde, das war einfach nur der Knaller!

    Liebe Grüße
    Melissa

    • Reply
      Elisabeth
      30. Oktober 2015 at 20:20

      Hallo Melissa, machst du die Paste denn mit frischen Paprika? Die Würzpaste aus Knoblauch, Kreuzkümmel und Chili klingt auch total gut! Als nächstes versuche ich mich wohl noch an deiner Korma-Paste :-))

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