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Hauptgerichte Süßes

Marillenknödel mit Topfenteig – vegan!

14. Juli 2016
Marillenknödel vegan

Es ist Juli und damit Marillenzeit! Die Marillen haben in Österreich einen besonderen Stellenwert, nicht umsonst haben wir die Wachauer Marille namentlich vor der bundesdeutschen Bezeichnung „Aprikose“ schützen lassen. Das Wachstum der Wachauer Marille können die ganz besonders Marillen-Begeisterten sogar via Webcam beobachten – alle 10 Minuten gibt’s ein neues Bild.

Obwohl ich Marillen liebe – so weit, dass ich ihren Reifeprozess in Echtzeit per Webcam beobachte, ist es bei mir noch nicht gekommen. Trotzdem kann ich es jedes Jahr kaum erwarten, heimische Marillen zu den drei goldenen Marillengerichten zu verarbeiten: Marillenknödel, Marillenkuchen und Marillenmarmelade.

MarillenFangen wir an mit den Marillenknödel. Meiner Meinung nach das Beste überhaupt, was man mit Marillen anstellen kann. Zum Marillenknödel führen zwei verschiedene Wege: Bei einem wird Kartoffelteig verwendet, bei dem anderen Topfenteig (Topfen = Quark). Wenn ihr mich fragt, dann ist der Topfenteig der einzig wahre Weg zum Marillenknödel-Glück – innen die saftig-süße Marille, außen die feine, saftige Teighülle. (In den Knödelteig kommt bei mir außerdem nicht nur Mehl sondern immer auch Grieß, weil der Teig dadurch lockerer wird.) Dazu geröstete Brösel mit Butter und Zucker. Bei mir kommt außerdem noch Vanille dazu und ein Teil der Brösel wird durch geriebene Haselnüsse ersetzt. Die heißen Knödel werden in der Bröselmischung gewälzt, obendrauf noch ein Hauch Staubzucker – der Himmel auf Erden!

Besonders veganisierungs-freundlich ist der Teig natürlich erst mal nicht, enthält er doch Butter, Eier und als Basis eine Menge Topfen. Doch davon wollte ich mich nicht abschrecken lassen. Ich beschloss, den Topfen durch abgetropftes Sojajoghurt zu ersetzen, die Butter durch Margarine und die Eier einfach wegzulassen – Sojajoghurt hat ohnehin bindende Eigenschaften. Die Mengenverhältnisse haben sich dabei geändert (ihr könnt also nicht einfach anstelle des abgetropften Joghurts wieder normalen Topfen verwenden) aber der Geschmack ist genauso wie ich ihn in Erinnerung habe – zum Reinlegen gut!

Marillenknödel vegan 1

Wenn ihr Marillenknödel noch nicht kennt – unbedingt probieren! Sie gehören zu den Stars der österreichischen Küche und das zu Recht.

Rezept für ca. 16 Knödel

Achtung! Vorbereitung am Vortag: Sojajoghurt zum Abtropfen in den Kühlschrank stellen!

Zutaten:
16 reife Marillen (oder auch mehr wenn eure Marillen sehr klein sind)
Für den Teig:
140g zimmerwarme Margarine (bei mir Alsan)

500g abgetropftes Sojajoghurt, ungesüßt (ich habe 1kg Sojajoghurt 20h abtropfen lassen, das ergab bei mir mehr als 500g abgetropftes Joghurt – ca. 750-800g. Ich habe daher 500g abgewogen und den Rest zu einem Kräuterdip verarbeitet. Mein abgetropftes Sojajoghurt hatte die Konsistenz von nicht ganz steif geschlagener Sahne. Zum Abtropfen ein Sieb mit Küchenpapier oder einem Nussmilchbeutel auslegen, Sojajoghurt hinein, über eine große Schüssel hängen und im Kühlschrank abtropfen lassen.)

2 EL Rohrzucker
1/2 TL gemahlene Vanille
1 gute Prise Salz
200g Universalmehl
200g Grieß (bei mir eine Mischung aus Dinkelvollkorngrieß und Weizenvollkorngrieß)
Zum Kochen:
ein guter Schuss brauner Rum
Für die Brösel:
150g Semmelbrösel
5 EL Feinkristallzucker
110g Margarine (bei mir Alsan)
150g Haselnüsse, geröstet und gerieben
1/2 TL gemahlene Vanille
Außerdem:
etwas Kartoffelstärke zum Bestreuen der Lagerungsteller für die Knödel.
Staubzucker zum Servieren

Am Vortag: Sojajoghurt zum Abtropfen in den Kühlschrank wie oben beschrieben!

Am Kochtag: Marillen waschen und gut abtrocknen.

Für den Teig, Margarine und Zucker mit dem Handrührgerät schaumig schlagen. Die restlichen Zutaten zugeben und mit einem Rührlöffel zu einem weichen Teig verarbeiten.

Mit nassen Händen jeweils eine Portion vom Teig abnehmen, etwas flach drücken, eine Marille darauf legen und den Teig um die Marille herum zu einem runden Knödel ohne Löcher formen. Auf einen vorbereiteten Teller legen (der mit etwas Kartoffelstärke bestreut sein kann, damit der Knödel weniger anklebt. Mit dem Rest des Teiges und den restlichen Marillen ebenso verfahren. Vor jedem neuen Knödel, die Hände erneut anfeuchten damit der Teig nicht klebt. Die fertigen Knödel für 1 Stunde in den Kühlschrank stellen, dabei wird der Teig fester und die Knödel stabiler. Wer mit der Oberfläche seiner Knödel nicht ganz zufrieden ist, kann sie vor dem Kochen nochmal schnell rundherum glatt drücken.

Marillenknödel - how to

In einem großen Topf, reichlich Wasser zum Kochen bringen, einen großzügigen Schuss braunen Rum hineingeben. Die Knödel einzeln auf einen angefeuchteten Knödelschöpfer legen und ins Wasser gleiten lassen. (Wenn sie sich beim Abheben vom Teller verformen oder aufreißen einfach vor derm Kochen nochmal schnell zurecht drücken. Auch hier ist es günstig, mit nassen Händen zu hantieren.) Im siedenenden aber NICHT blubbernd kochenden Wasser 20 Minuten lang ziehen lassen.

Inzwischen die Brösel mit dem Zucker in eine große Pfanne geben und anrösten, dabei immer mal wieder rühren, bis der Zucker beginnt, zu karamellisieren und die Brösel goldbraun werden. Dann Margarine dazugeben und zerlassen. Haselnüsse und Vanille unterrühren und warm halten.

Wenn die Knödel fertig sind, mit dem Knödelschöpfer aus dem Wasser heben, gut abtropfen lassen und in die Pfanne zu den Bröseln geben. In den Bröseln wälzen bis sie von allen Seiten gut ummantelt sind. Mit ein oder zwei Löffel Brösel extra auf Tellern anrichten und mit Staubzucker bestreuen.

Ich bestreue beim Essen auch gerne noch die angeschnittene Marille mit Staubzucker. Manche Leute holen vor dem Formen der Knödel die Kerne aus den Marillen und ersetzen ihn durch ein Stück Würfelzucker. Dazu bin ich aber ehrlich gesagt zu faul, deshalb zuckere ich später noch etwas nach 🙂

Lasst es euch schmecken!

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  • Reply
    Sabine
    14. Juli 2016 at 15:01

    Wow… in diesen Post hast du eine Menge Arbeit gesteckt, das sieht man! Wunderbare Fotos. Und ich find´s so toll wie du deine Rezepte immer adaptierst. Ich bin am Wochenende in der Wachau und werde durch die angrenzenden Marillengärten schlendern. Und vielleicht hat Oma schon frische Marmelade gezaubert, die Opa hütet wie seinen Augapfel;-)
    Tolle Entwicklung!
    Herzlich, Sabine

    • Reply
      Elisabeth
      15. Juli 2016 at 07:12

      Liebe Sabine,
      wow danke! Ja die Marillenmarmelade hüten wir auch immer wie einen Schatz 😉 Dieses Jahr bin ich noch gar nicht dazu gekommen und unser Vorrat ist aufgebraucht, muss ich dringend auch noch machen!
      Liebe Grüße,
      Elisabeth

  • Reply
    Antonia
    14. Juli 2016 at 16:35

    Oh so ein tolles Rezept. Das muss ich bald mal ausprobieren. Glaubst du man kann auch Alpro Soya Go on nehmen anstatt abgetropften Joghurt? =)

    • Reply
      Elisabeth
      15. Juli 2016 at 08:27

      Hallo Antonia,
      ich freu mich sehr, dass es dir gefällt 🙂 Hmm, ich hatte noch nie Alpro Go On, aber einen Versuch ist es wert. Go On ist allerdings gezuckert, da würde ich dann den Zucker im Teig weglassen. Ich weiß leider nicht genau, wie die Konsistenz von dem Alpro-Produkt ist, ob es weicher oder fester ist als mein abgetropftes Joghurt…. Du könntest einfach erst mal etwas weniger von dem Mehl und dem Grieß zugeben und dann nach und nach den Rest wenn der Teig es noch braucht oder ev. auch etwas mehr, wenn der Teig zu weich ist.
      Ich denke das nächste Mal teste ich mal mit einer Quark-Alternative, ist dann weniger Arbeit und weniger variabel!
      Liebe Grüße,
      Elisabeth

      • Reply
        Lydia
        10. August 2016 at 17:16

        Hi Ihr zwei 🙂

        Gerade ausprobiert, es funktioniert 😉 Habe nichts abtropfen lassen und hat toll geklappt, sogar mit weniger Grieß im Verhältnis als Mehl (hatte nicht genug daheim). Also gutes Gelingen!

        Lg Lydia

        • Reply
          Elisabeth
          11. August 2016 at 19:07

          Hey Lydia,
          super! Danke für’s Teilen! Hattest du Alpro Go On oder meintest du unabgetropftes Sojajoghurt?
          LG,
          Elisabeth

  • Reply
    Jenni
    17. Juli 2016 at 19:36

    Liebe Elisabeth!
    Was es nicht alles gibt – Menschen, die Marillenknödel per Webcam beobachten! Beziehungsweise: die Tatsache, dass das überhaupt möglich ist! Wahrlich wunderbar… 😀
    Aber bezüglich kulinarischer Liebe gibt es wohl wenig Grenzen und wer könnte das besser verstehen als wir Foodblogger*innen? 😉

    Ich finde diesen Artikel übrigens ebenfalls ganz wunderbar – man sieht wirklich, wie viel Arbeit dahintersteckt und die vielen Bilder vermitteln auch mir als Marillenknödel-Unerfahrener sehr gut, wie sie zu machen sind. Danke dir dafür!

    Liebe Grüße
    Jenni

  • Reply
    Kirschbiene
    19. Juli 2016 at 11:17

    Huhu Elisabeth,
    ein schöner Post, der total liebevoll wirkt – man merkt wirklich, dass du ein Marillen-Fan bist :-). Meine Eltern waren erst kürzlich in der Wachau und haben total geschwärmt, nicht zuletzt wegen der vielen, vielen Marillenbäume. Muss wirklich toll sein. Aber wenn man nicht in die Wachau reisen kann, muss man sie eben in die heimische Küche holen, nicht wahr ;-)? Wenn ich jetzt noch eine Alternative zum Grieß und glutenfreie Semmelbrösel finde – dann, ja dann, stünde nichts mehr zwischen mir und diesem schönen Rezept!
    Liebe Grüße
    Bianca

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