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Es geht um die Wurst: Vegane Chorizo selber machen!

24. Januar 2017
Vegane-Chorizo

Beim herzhaften, veganen Brotbelag fehlen mir manchmal die Ideen. Aufstriche sind OK aber ich habe schnell genug davon (mit Ausnahme von mayonnaise-lastigen, veganen „Ei“-Aufstrichen, lecker!). Avocados liebe ich zwar, aber die sind ja mittlerweile leider aus verschiedenen Gründen bedenklich, und ich versuche, sie nur noch ab und zu zu essen.  Ehrlich gesagt esse ich mein Brot am liebsten mit veganer Wurst, und am allerliebsten ist mir die vegane „Gran Chorizo“ von Wheaty.

Leider bringt meine geliebte „Gran Chorizo“ einige Nachteile mit sich:
  1. Ich bekomme sie längst nicht überall, d.h. der Einkauf ist oft mit einem Extra-Weg verbunden und wenn ich spontan Lust auf Wurst habe, schaue ich meistens durch die Finger.
  2. Sie ist doch eher teuer.
  3. Nicht zuletzt stört es mich, dass sie sogar doppelt in Plastik verpackt ist, nämlich einmal Umverpackung und einmal Wursthaut aus Plastik.

Aus diesen Gründen stand für mich fest, dass ich endlich mal meine eigene Wurst herstellen will. Dabei war es mir wichtig, das Rezept möglichst Zero-Waste-tauglich zu gestalten.

Chorizo goes zero less waste

Glücklicherweise habe ich dann kürzlich die Hauptzutat, nämlich das Weizengluten, in Papierverpackung gefunden – perfekt! Aus Müllvermeidungsgründen kamen Frischhalte- oder Alufolie als Formgeber nicht in Frage – ich habe mich stattdessen entschieden, meine Wurst in Einmachgläsern zuzubereiten. Dadurch bekommt sie natürlich nicht ganz diese typische Wurstform, aber das war mir egal, denn beim Aufschneiden sieht das ja kein Mensch mehr.

Ich habe die eher hochformatigen 290ml Gläser von Rex verwendet und bin mit Form (und Durchmesser der Wurst) sehr zufrieden. Beim ersten Versuch habe ich die Wurst in den Gläsern im Backrohr gegart, aber im Glas gekocht finde ich sie noch besser, weil ich die leichte Kruste, die sich beim Backen außen gebildet hat, nicht so mochte. Die fertigen „Wurst-Stücke“ lassen sich außerdem nach der Zubereitung im Wasserbad problemlos aus dem Glas lösen, während sie mir beim Backen etwas festgeklebt sind.

Vegane-Chorizo-selber-machen-3Vegane-Chorizo-selber-machen-2

An der Würzung musste ich ein wenig feilen, weil ich den Geschmack möglichst nah an das Vorbild, „Gran Chorizo“, bringen wollte. Ich habe einerseits recherchiert wie normale Chorizo gewürzt wird (in den meisten Rezepten mit Fenchelsamen, Oregano, Paprika und Knoblauch) und andererseits überlegt, welche Grundwürzung der Seitan braucht (Sojasauce, Hefeflocken, Worcestershiresauce…). Es waren übrigens sämtlich Versuche vor meinem Endergebnis auch sehr lecker, da gibt es also viel Spielraum. Macht euch deshalb keinen Kopf, wenn ihr die eine oder andere Spezialzutat (wie zum Beispiel den Liquid Smoke) nicht bei der Hand habt – es wird vermutlich auch ohne gut schmecken. Wichtig ist nur, dass das Verhältnis von feuchten zu trockenen Zutaten etwa gleich bleibt – für die Konsistenz.

Mein Endprodukt ist eine sehr würzige Wurst mit leichter Schärfe, die meiner geliebten Wheaty-Chorizo verblüffend nahe kommt. So lecker auf frischem Brot mit veganer Butter! Die Konsistenz mag ich auch besonders gerne – nicht gummiartig (wie Seitan ja manchmal sein kann) aber trotzdem schön stabil und gut aufzuschneiden.

Zeit, Geld und Plastikmüll sparen

Aus irgendeinem Grund dachte ich, dass Seitanwurst viel Arbeit ist. Das stimmt aber nicht. Die Zubereitung geht echt schnell und ohne Tücken und heraus kommt eine ganze Menge Wurst. Besonders praktisch ist es deshalb, dass sich die Chorizo super direkt im Glas einfrieren lässt. Sie taut bei Bedarf schnell auf und mein immerwährender Chorizo-Vorrat ist somit gesichert!

Ich spare im Vergleich zu der gekauften Wurst ziemlich viel Geld und, noch wichtiger, einen Berg Plastikmüll. Ganz müllfrei ist das  Rezept leider nicht, da ich nicht alle Zutaten unverpackt kaufen kann. Die meisten bekomme ich aber in Papierverpackung oder Gläsern, die ich meist auch wiederverwende.

Habt ihr schon vegane Wurst gemacht? Was ist euer Lieblingsrezept?

Arbeitsschritte_Chorizo

5.0 from 3 reviews
Vegane Chorizo im Glas
 
Vorbereitungszeit
Kochzeit
Zeit gesamt
 
Notizen: Vegane Worcestershiresauce und Liquid Smoke bekommt man in Reformhäusern, bei Veganz, in Bioläden oder im Internet. Als Gläser eignen sich am besten Sturzgläser, die nach oben hin etwas weiter werden. So kann man den fertigen Seitan problemlos aus dem Glas holen.
Portionen: 4
Zutaten:
  • 250g Glutenpulver/Seitan-Fix
  • 4 EL Hefeflocken
  • 1 TL Salz
  • 2 gestrichene EL Paprikapulver, edelsüß
  • 2 TL Knoblauchpulver
  • 2 TL Zwiebelpulver
  • 1 TL gemahlene Fenchelsamen
  • 2 TL grob gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 3 EL Kichererbsenmehl
  • 1 TL Oregano
  • 1 TL gekörnte Gemüsebrühe
  • 1 gehäufter EL Tomatenmark
  • 85g gegrillte Paprika aus dem Glas
  • 1 EL vegane Worcestershiresauce
  • 2 EL Sojasauce
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 TL Tabascosauce
  • 1 TL Liquid Smoke
  • 350ml Wasser
So wird's gemacht:
  1. Gegrillte Paprika abtropfen lassen und mit Worcestershiresauce, Sojasauce und 100ml Wasser pürieren.
  2. Sämtliche trockenen Zutaten in eine Schüssel geben und gut vermischen. Das restliche Wasser, das Öl, den Liquid Smoke und die Tabascosauce unter die Paprika-Sojasauce-Mischung rühren und die flüssigen Zutaten gemeinsam mit dem Tomatenmark zu den trockenen Zutaten geben.
  3. Alles mit einem Löffel gut vermischen.
  4. Dann mit den Händen ca. 5 Minuten kräftig durchkneten um das Weizeneiweiß zu aktivieren. Der Teig beginnt dann, mehr zusammenzuhalten und das Guten bildet die typische Fäden-Struktur.
  5. Den Teig in vier Teile teilen, und diese jeweils in ein Glas drücken (bei mir 4 x 290ml Rex-Einmachgläser). Gut andrücken und eventuelle Lufteinschlüsse herausdrücken. Ideal sind Einmachgläser mit Glasdeckeln, die man einfach locker auflegen kann, so kann während dem Kochen Luft entweichen. Bei Schraubgläsern den Deckel einfach nur locker zuschrauben.
  6. (Die Masse gewinnt beim Garen an Volumen, deshalb sollten die Gläser nicht ganz voll sein, eher nur zu ⅔ gefüllt.)
  7. Die Gläser in einen großen Topf stellen. Wasser angießen bis ca. ⅔ der Höhe der Gläser. Die Gläser sollten nicht schwimmen.
  8. Den Topfdeckel auflegen und das Wasser zum Kochen bringen. Dann auf kleinste Stufe zurückdrehen und bei geschlossenem Deckel 1 Stunde lang köcheln lassen.
  9. Nach Ende der Kochzeit etwas auskühlen lassen, Gläser aus dem Topf heben und vollständig erkalten lassen.
  10. Wurst gut verschlossen im Kühlschrank aufbewahren oder für längere Aufbewahrung einfrieren.

 

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  • Reply
    Ela
    25. Januar 2017 at 10:15

    Tolle Idee! Ich habe vegane Chorizo noch nie probiert, aber ist echt mal was anderes als die ewigen Aufstriche 😉 Die Idee sie selbst zu machen und einzufrieren finde ich klasse, so lohnt sich auch der Aufwand eher. Liquid Smoke oder Seitanpulver hätte ich jetzt nicht daheim, aber wenn man das einmal besorgt hat, hält es ja eine Weile.
    Danke für die tolle Inspiration!
    Liebe Grüße,
    Ela

    • Reply
      Elisabeth
      25. Januar 2017 at 21:21

      Liebe Ela,
      freut mich, dass die das Rezept gefällt :)) Tatsächlich finde ich den Aufwand recht überschaubar aber jede Woche würde ich es wohl trotzdem nicht machen, deswegen finde ich es auch toll, dass man einen Teil einfrieren kann 🙂 Ich habe Liquid Smoke und Seitanpulver auch extra besorgt. Der Liquid Smoke wird wohl in 10 Jahren immer noch da sein und das Seitanpulver ist ja zum Glück mittlerweile recht leicht erhältlich.
      Liebe Grüße,
      Elisabeth

  • Reply
    claudia
    3. Februar 2017 at 13:40

    Ach, coole Idee.
    Das könnte ich auch mal ausprobieren, ich mag Brot nämlich sehr, aber Aufstriche finde ich nach 2 Scheiben auch immer eher so naja 😀

    lg,
    Claudia

    • Reply
      Elisabeth
      3. Februar 2017 at 21:09

      Liebe Claudia,
      oh gut, noch jemand, der mit Aufstrichen nicht so gut kann 😉 Viel Spaß beim Ausprobieren und ich hoffe, es schmeckt!
      Liebe Grüße,
      Elisabeth

  • Reply
    Almut
    5. Februar 2017 at 13:55

    Ich habe das Rezept heute nachgebastelt – Weltklasse! Und geht richtig richtig einfach, vielen Dank fürs posten :-)))
    Lg, Almut

    • Reply
      Elisabeth
      5. Februar 2017 at 20:40

      Liebe Almut,
      oh wie toll, das freut mich riesig! Vielen Dank für dein Feedback <3
      Liebe Grüße,
      Elisabeth

  • Reply
    Julia Erdbeerqueen
    17. Februar 2017 at 10:05

    Ui das sieht richtig gut aus <3
    Kennst du Paprika de la Vera? Das ist ja geräuchertes Paprikapulver und es schmeckt zu allem gut. Vielleicht könnte das auch noch richtig gut als Zutat sein, weil ma dadurch dieses Raucharoma bekommt, je nachdem wie viel nimmt.
    Liebe Grüße
    Juli

    • Reply
      Elisabeth
      17. Februar 2017 at 13:44

      Hallo Julia,
      oh das klingt gut! Ich hab schon öfter von geräuchertem Paprikapulver gehört aber noch nie welches verwendet, da muss ich mal beim Einkaufen die Augen offen halten. Kann ich mir sehr gut vorstellen in der Wurst, danke für den Tipp!
      Liebe Grüße,
      Elisabeth

  • Reply
    Anna
    19. Februar 2017 at 09:05

    Liebe Elisabeth, das Rezept klingt super. Ich werde es versuchen. Nur eine Frage: Wann kann man die Wurst stürzen? Wenn alles abgekühlt ist oder geht es einfacher, wenn sie noch warm ist?

    Hast du zufällig auch eine müllfreie Methode für SeitanWürstchen? Eingewickelt in Alufolie möchte ich es nicht machen, aber ich habe noch keine Gläser gesehen, die schmal genug sind für ein Bratwürstchen.
    Danke dir und einen schönen Sonntag

    • Reply
      Elisabeth
      19. Februar 2017 at 20:27

      Liebe Anna,
      ich freu mich sehr, dass dir das Rezept gefällt :-))
      Die Wurst kann man auch sofort nach dem Kochen aus dem Glas nehmen (ich bin ungeduldig und will immer sofort kosten 😉 ) oder eben im Glas auskühlen lassen. Für Seitan-Würstchen ist mir leider auch noch nichts eingefallen, das keinen Müll verursacht :-/ Da bin ich selbst noch auf Ideensuche…
      Liebe Grüße und viel Spaß bei der Wurstproduktion!
      Elisabeth

  • Reply
    Karin
    20. Februar 2017 at 20:52

    Hat super geklappt und schmeckt toll, obwohl ich nur Gluten für das halbe Rezept hatte und mich dann bei den restlichen Zutaten völlig vertan habe. Aber was soll ich sagen, nach zwei Stunden köcheln, hat die Konsistenz gepasst und der Geschmack auch. Werde es in Kürze noch mal in der richtigen Mischung ausprobieren 🙂

    • Reply
      Elisabeth
      21. Februar 2017 at 14:02

      Liebe Karin,
      Hauptsache es schmeckt! 😀 Bei meinem ersten Versuch hatte ich auch ganz falsche Zutatenmengen und es war trotzdem gut, ich denke bei der Seitan-Methode ist viel Raum für Abwandlung 😉 Vor allem, wenn er eben im Glas gemacht wird, denn da kann er ja nicht zerfallen oder aufweichen.
      Liebe Grüße,
      Elisabeth

  • Reply
    Aki Uusimaa
    14. März 2017 at 10:44

    Hallo,
    hast du eine Idee, wodurch ich die Worcestershiresauce ersetzten könnte?

    Liebe Grüße,
    Aki

    • Reply
      Elisabeth
      16. März 2017 at 20:58

      Hey, ich würde es mit etwas Sojasauce und Balsamicoessig versuchen. Dann eventuell die Salzmenge etwas reduzieren, weil Sojasauce ja schon ziemlich salzig ist. 🙂
      Liebe Grüße,
      Elisabeth

      • Reply
        Aki Uusimaa
        24. März 2017 at 16:52

        Danke für den Tipp, es hat sehr gut geschmeckt!
        Habe statt liquid smoke geräuchertes Paprikapulver verwendet 😉
        Und hatte nicht genug Gläser, drum bisschen was in Alufolie gewurstet, hat auch gepasst!

        Hast du schon mal versucht, den Kürbiss Spacebar von Wheaty nachzukochen?

        Liebe Grüße!
        Aki

        • Reply
          Elisabeth
          2. April 2017 at 12:14

          Hey Aki,

          super! Ich freu mich, dass es dir geschmeckt hat! Mit Alufolie funktioniert es tatsächlich auch, wenn man die Wurst dann dämpft oder im Backrohr zubereitet. Der Vorteil ist natürlich, dass man viel mehr Spielraum hinsichtlich der Form und Dicke hat. Die Spacebars habe ich noch nie nachgebastelt, aber ich liebe sie auch, also gute Idee! Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Kürbis schon mal gegessen habe, meine Hand greift immer wie von selbst nach der Chorizo 😉
          Liebe Grüße,
          Elisabeth

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