Instagram

Folge mir auf Instagram!

Hauptgerichte

Crowd-pleaser – Quinoa Bällchen

25. August 2014

Seit ich vor ca. vier Jahren endgültig beschloss, Vegetarierin zu werden, hat mir der Geschmack von Fleisch eigentlich nie gefehlt. Was mir aber doch immer wieder mal fehlt, ist diese center-piece-Funktion, die Fleisch hat. Vegetarisch Kochen ist in gewisser Weise deshalb herausfordernder weil man nicht einfach ein Stück Fleisch als Highlight hinlegen kann und rundherum zwei Beilagen drapiert. Es ist schwieriger, gerade an Festtagen, ein Gericht auf den Tisch zu bringen, dass sich genauso „vollständig“ anfühlt wie Gans mit Rotkraut und Knödeln.

Deshalb bastle ich immer wieder an Rezepten, die eine ähnliche Funktion wie Fleisch haben. Ich mag Veggie-Burger, und das nicht, weil mir das Fleisch so fehlt, sondern weil ich die „Burger-Experience“ mag: etwas auf dem Teller haben, das sich wie Burger anfühlt und zu dem ich Potato-Wedges mit leckerem Dip essen kann.

Das gleiche gilt für diese Quinoa-Bällchen. Wir hatten sie als Buffet-Star auf unserer Wohnungs-Einweihungsparty und sie haben ihre Funktion als Zentrum der Beilagen ganz wunderbar erfüllt und bekamen viel Lob von ganz und gar unvegetarischen Gästen à la: „Ich wusste gar nicht, dass man vegetarisch so gut essen kann“. Darüber freue ich mich dann natürlich ganz besonders.

Mir war es wichtig, ein flexibles Rezept zu kreieren. Die Bällchen sind so gewürzt, dass sie sehr vielseitig kombinierbar sind. Sie schmecken schon pur für sich sehr, sehr lecker fein nussig nach Quinoa, außen knusprig und innen saftig, sind aber auch in verschiedensten Kombinationen super einsetzbar. Sie funktionieren als „Fleischbällchen“ mit Bratkartoffeln genauso wie Falafel-style in Fladenbrot mit Tzatziki und nicht zuletzt ist die Masse ganz hervorragend dafür geeignet, daraus Burger-Patties zu formen. Das beste an der Masse ist nämlich, dass sie sehr gut zusammenhält und beim Braten nicht zerbröselt, anders als alle anderen Veggie-Burger-Rezepte, an denen ich mich bisher versucht habe. Gerade wenn sie einmal abgekühlt sind, entwickeln sie auch eine Bissfestigkeit, die ich bei all den Burgern aus Bohnen und Linsen vermisse.

Quinoa7_zpsd22fc166

Die Basis für die Bällchen bildet roter Quinoa. Ihr könnt natürlich auch den ganz normalen hellen Quinoa nehmen, das schmeckt genauso gut und wird nur farblich anders aussehen. Dazu kommen noch Cremini-Champignons und Zucchini, beides fein gehackt bzw. geraspelt, und zusammen mit Zwiebel gedünstet bis es eine pastige Konsitenz hat. Gerade die braunen Champignons machen einen unglaublich guten, vollen Geschmack. Gebunden wird mit Sojamehl und Semmelbröseln, feine Haferflocken sorgen für Biss.

Die einzige schlechte Nachricht: etwas Zeit müsst ihr hier investieren. Wenn ihr die volle Menge zubereitet und Bällchen formt, müsst ihr mit guten zwei Stunden Zubereitungszeit rechnen. Vor allem das Formen und portionsweise Braten in der Pfanne hat es in sich, hier könnt ihr z.B. Zeit einsparen wenn ihr Burger essen wollt. Das Rezept ergibt ungefähr 70 Bällchen, was eine ganze Wagenlagung ist. Ich finde aber „wenn schon denn schon“ und friere alles was nicht gegessen wird ein, was sehr gut funktioniert. Auch nach dem Auftauen halten die Bällchen ihre Form tadellos und schmecken genauso gut wie frisch.

Ihr könnt natürlich auch eine kleinere Menge zubereiten, ich halte mich gerne an die große Menge weil es doch einige Arbeitsschritte sind und ich dann länger etwas von meiner Mühe habe.

Quinoa2_zps18ca09d4

 

Und jetzt zum Rezept!

Quinoa-Bällchen 

Rezept ergibt ca. 70 Stück Bällchen

Zutaten:

250g roter Quinoa (ungekocht)

ca. 350g braune Champignons (Cremini-Champigons)

ca. 400g Zucchini

1 große Zwiebel

4 Knoblauchzehen

3 EL Olivenöl

3 gestrichene EL Sojamehl

4 TL Salz

frisch gemahlener schwarzer Pfeffer nach Geschmack

3 EL Hefeflocken

1 TL Chilipulver (mild)

75g feine Haferflocken

150g Semmelbrösel

2 leicht gehäufte EL Tomatenmark

2 EL Sojasauce

1 EL Ahornsirup

1 EL Balsamico-Essig

Kokosöl zum Braten (oder ein anderes hitzestabiles Öl, aber ich mag Kokosöl weil es einen guten Geschmack macht)

 

Den Quinoa in ein feines Sieb geben und heiß abspülen (um die Bitterstoffe zu entfernen). Dann nach Packungsanweisung kochen, ca. 15-20 Minuten, wenn das Wasser danach nicht vollständig aufgesogen ist, den Quinoa über einem feinmaschigen Sieb abgießen, damit später die Masse nicht zu weich wird.

Die Champignons putzen und im Zerkleinerer fein hacken. Dabei immer nur in kurzen Stößen pulsieren lassen, sonst sind die Champignons schnell püriert statt gehackt. Zucchini waschen und danach auf der Käsereibe reiben und in einer Schüssel stehen lassen sodass sich die Flüssigkeit absetzen kann. Zwiebel ebenfalls im Zerkleinerer fein hacken lassen und Knoblauchzehen fein hacken.

Quinoa21_zps59fdaf52  Quinoa20_zps085abc1f

Geraspelte Zucchini Handvoll für Handvoll nehmen und sehr gründlich auspressen, sodass möglichst wenig der ausgetretenen Flüssigkeit mit in die Masse kommt. In einer großen Pfanne 3 EL Olivenöl erhitzen. Darin Champignons, Zwiebel, Zucchini und Knoblauch auf mittlerer Hitze ca. 20 Minuten lang dünsten, dabei immer wieder umrühren, vor allem gegen Ende, wenn die Flüssigkeit verkocht ist und sich langsam eine Paste bildet.

Quinoa19_zpsae037086

Während das Gemüse gart, in einer Schüssel Sojamehl, Salz, Pfeffer, Hefeflocken, Chilipulver, Haferflocken und Semmelbrösel gut mischen. Die feuchten Zutaten (Tomatenmark, Sojasauce, Ahornsirup, Balsamico) in einer Tasse glatt rühren. Wenn das Gemüse fertig ist (Konsistenz sollte sein wie oben auf dem Bild) Quinoa, trockene und feuchte Zutaten zugeben und alles zu einem Teig verkneten. Wenn die Masse euch noch zu weich und feucht vorkommt, einfach noch etwas mehr Semmelbrösel zugeben oder im gegenteiligen Fall esslöffelweise Wasser zugeben. Die Masse sollte sich am Ende gut formen lassen.

Bällchen formen, dabei nicht zu groß formen. Da Sojamehl in der Masse ist, ist es wichtig, dass die Bällchen beim Braten in der Pfanne gut durchgegart werden da man das Sojamehl sonst eventuell herausschmeckt. Dafür sollten die Bällchen nicht zu groß sein. „So groß wie eher kleine Fleischbällchen“ peile ich immer an.

In einer beschichteten Pfanne 3 EL Kokosöl erhitzen. Eine Portion Bällchen (ich brate meist in insgesamt 5 Durchgängen jeweils zwischen 10 – 15 Stück) bei mittlerer Hitze braten. Achtet darauf, dass die Pfanne zwar heiß aber nicht zu heiß wird. Die Bällchen sollten schon mindestens 10 Minuten lang garen können ohne zu verbrennen, damit ihr das Sojamehl später nicht ungut herausschmeckt.

Überfüllt die Pfanne nicht, ihr braucht Platz, um die Bällchen in der Pfannen herumzuschwenken, sodass sie alle gleichmäßig mit Öl überzogen werden und von allen Seiten gut angebraten werden. Regelmäßig schwenken sodass die Bällchen sich möglichst wenig angeflachte Stellen „anliegen“ und schön rund bleiben.

Wenn eine Portion fertig ist, zwei bis drei EL Kokosöl nachgeben und die nächste Portion braten.

Wenn ihr einen Teil einfrieren wollt geht das am besten mit Zip-Top Gefriebeuteln. Die Bällchen darin in einer Lage auflegen, bis auf eine kleine Stelle verschließen und mit einem Strohhalm die Luft heraussaugen.

 

 

 

Abonniere neue Beiträge und meinen Newsletter!
So verpasst du keinen Beitrag mehr! Erhalte neue Posts und den monatlichen Newsletter direkt in dein Postfach!
Ich mag auch keinen Spam. Deine Email Adresse wird selbstverständlich nicht verkauft oder an Drittparteien weitergegeben.
  • Reply
    Gourmande
    25. August 2014 at 10:07

    Hmmmmm, die sehen wirklich köstlich aus! Ich kann mir gut vorstellen, dass du gut bei euren Gästen angekommen sind.

  • Reply
    twoodledrum
    25. August 2014 at 12:31

    Werden demnächst ausprobiert – ich bin schon gespannt, ob sie ein ähnlicher Kracher sind wie deine Tofubällchen 🙂
    Liebe Grüße
    Carola

    • Reply
      homemadedeliciousness
      26. August 2014 at 19:00

      Hey Carola, ich bin schon gespannt auf dein Feedback! Mich haben sie sogar noch mehr überzeugt als die Tofubällchen.

      • Reply
        Carola
        11. Januar 2015 at 10:05

        Die Zutaten sind jetzt endlich alle gekauft, und wenn gleich die Hasen gemistet sind, geht es los 🙂

  • Reply
    Verena
    25. August 2014 at 16:26

    Suuuuper Rezept! Mir gefällt vor allem der center-piece Ansatz. 🙂 Sehr schön formuliert und (leider) sehr wahr. Man kann nicht genug Ideen für Quinoa haben! Lieben Gruß, Verena

    • Reply
      homemadedeliciousness
      26. August 2014 at 19:01

      Danke 🙂 ich kann dir nur zustimmen

      • Reply
        Verena
        6. September 2014 at 14:42

        Der Freund ist gerade unterwegs, die Zutaten kaufen… 🙂 Freue mich schon auf Bällchen-Action nachher. Eine Frage aber: Kann ich Sojamehl durch was anderes ersetzen? Zum Beispiel habe ich gerade Süßlupinenmehl da. Das ist vom Eiweißgehalt in etwa gleich (40g je 100g)… denkst Du das klappt? Danke und schönes Wochenende! 🙂

      • Reply
        Verena
        6. September 2014 at 19:18

        … was soll ich sagen… die Dinger schmecken unfassbar gut!! Wir haben sie mit Avocado, Tomate und Salat in selbstgemachten Weizentortillas gerollt… als Falafelalternative sozusagen. Süßlupinenmehl funktioniert ganz hervorragend! Einen schönen Abend… Ich freue mich schon auf die übriggebliebenen Bällchen (eher Taler^^) morgen… 🙂

  • Reply
    kakuko
    26. August 2014 at 15:39

    klingt total lecker – mit quinoa hab ich das noch nicht probiert!! und weil ich nicht zwei stunden mit braten verbringen möchte, werde ich die dinger (so wie immer) im backofen machen (25 min. bei 200° umluft). hat den vorteil, dass mir nichts im öl anbrennt und schön knusprig werden sie am backblech auch 😉
    liebe grüße!
    tanja

    • Reply
      homemadedeliciousness
      26. August 2014 at 19:03

      Hallo Tanja, erzähl dann doch mal wie das funktioniert hat, das wäre natürlich ein genialer Tipp zum Zeit sparen. Bei mir wurden solche Bällchen im Backrohr bisher leider immer zu trocken 🙁

      • Reply
        kakuko
        27. August 2014 at 08:57

        wenn du sie im backrohr machst, musst du zusätzlich etwas pflanzenöl in den teig tun (siehe mein rezept für buchweizenbratlinge), dann werden sie nicht trocken!

  • Reply
    homemadedeliciousness
    30. August 2014 at 13:13

    Tanja, das werde ich das nächste Mal auf jeden Fall ausprobieren!

  • Reply
    homemadedeliciousness
    6. September 2014 at 20:30

    @ Verena: Juchuu, das freut mich sehr! 😀 Das Sojamehl kann man durchaus ersetzen, wie du ja auch schon gesagt hast. Ich hatte auch schon Kichererbsenmehl und einmal Maisstärke, bin dann aber im Endeffekt beim Sojamehl geblieben weil ich das Gefühl hatte, dass es noch einen Tick besser bindet.

  • Reply
    Rosi
    25. Februar 2015 at 15:32

    Hallo, ich habe die Bällchen heute mal nachgemacht. Nach der ganzen Arbeit (Gemüse kleinschippeln, Bällchen formen etc) hatte ich einen großen Berg total versalzene Bällchen und das obwohl ich nur 2 TL Salz insgesamt verwendet hatte. Hast du wirklich 4 TL Salz verwendet?
    LG Rosi

    • Reply
      homemadedeliciousness
      25. Februar 2015 at 19:27

      Hallo Rosi, oh nein, das klingt nicht gut und gerade bei dem Aufwand ist das frustrierend. Ich habe tatsächlich 4 TL Salz genommen. Allerdings mag ich es auch ganz gerne, wenn mein Essen gut gesalzen ist, kann sein, dass sich unsere Geschmäcker da unterscheiden? Meine TL waren außerdem gestrichen, nicht gehäuft, vielleicht liegt es daran?
      LG
      Elisabeth

      • Reply
        Rosi
        26. Februar 2015 at 08:53

        Hallo Elisabeth, ich habe auch gestrichene TL verwendet, d.h. mit 1 TL die Quinoa aufgekocht und den anderen zur Würzung der Masse. Gestern hatte ich dann dazu einen salzlosen Kräuter-Dip gereicht, in der Kombi ging es dann.
        Frage: Hast du Erfahrungen, ob die Bällchen als Suppeneinlage verwendet werden können?
        LG Rosi

  • Reply
    homemadedeliciousness
    26. Februar 2015 at 21:51

    Hallo Rosi, komisch, dann kann ich es mir nur damit erklären, dass unsere Salztoleranz etwas unterschiedlich ist, gute Idee mit dem neutralen Dip! Als Suppeneinlage hab ich die Bällchen noch nicht getestet, wenn du es ausprobierst gib doch bescheid wie es funktioniert 🙂

  • Reply
    Jule
    5. März 2015 at 19:36

    Sieht unheimlich lecker aus, danke für dieses tolle Rezept 🙂

Leave a Reply

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen